Startseite » Allgemein » Budapest by night

Budapest by night

buda4– und das um halb fünf nachmittags…

Heute war ein Tag des Lernens.

Ihr wisst ja, dass für Frau Olga, die Kummertante der Herzschmerzblättchen, jedes Problem nur eine wunderbare Gelegenheit ist, etwas Neues zu lernen.

Was habe ich heute nicht alles gelernt!

Zum einen, dass man ein Taschenmesser, das man liebt und schätzt nicht unbedingt in der Handtasche haben sollte, wenn man durch die Sicherheitskontrolle muss. Dieses Messer haben mir Schweizer Offiziere nach einer Führung im Rotkreuzmuseum geschenkt, als Anerkennung. Also ein echtes Schweizer Armeemesser im wahrsten Sinn des Wortes. Das war den Sicherheitskräften aber völlig egal. Die verlangten unerbittlich und herzlos, dass ich es entsorge. Woraufhin Monsieur sich das Messer schnappte und zum Parkhaus joggte.

buda2Zum anderen, dass man nach einem Flug von fast 1500km fast geradeaus nach Osten zwar nicht die Uhr umstellen muss, man sich aber trotzdem in einer anderen Zeitzone fühlt. Wir kamen um halb vier an, es war dämmerig. Bis wir im Hotel waren, war es dunkel, was den Blick auf die beleuchtete Kettenbrücke rechts und das Parlamentsgebäude links besonders beeindruckend machte.

Bis zum Empfang hatten wir noch zwei Stunden Zeit, gerade recht um herauszufinden, wieviel Buda da rein passt. Als erstes haben wir gelernt, was „Außer Betrieb“ auf Ungarisch heißt. Die Zahnradbahn, mit der wir vom Fuß zum Burgberg trudeln wollten, wird restauriert. Was wiederum dazu führte, dass wir lernten, wie viele Treppenstufen durch die Bastei da hoch führten. Der ganze Burgberg ist UNESCO Kulturerbe und beeindruckt mit dem, was man sehen kann, aber noch mehr mit dem, was man nicht sieht. Keine blinkenden Lichtreklamen, keine grellen Farben, keine aufdringlichen Verkäufer.(Offensichtlich sitzt der chinesische Ping’An-Schock immer noch tief bei mir.) Auf dem Plateau reihen sich in Straßen, Plätzen und Gässchen in bunter Mischung österreichische Wohn- und Verwaltungsarchitektur des 18. und 19. Jahrhunderts an mittelalterliche Straßenzüge. Dazwischen gelegentlich eine Bausünde der 1970er. Auch hierbuda1 ist in fast jedem zweiten Haus ein Souvenirgeschäft, Restaurant oder Café. Aber alles wirkt sehr unaufgeregt und zurückhaltend, unauffällig. Das Kaffeehaus Ruzworm war um 18 Uhr noch proppenvoll mit kuchenseligen Genießern in einer Atmosphäre, die an das Wohnzimmer einer gutbetuchten alten Tante erinnerte. Hier Fotos zu machen, wäre mir taktlos und aufdringlich vorgekommen.

Ein paar Schritte weiter kommt es dann zu einem unharmonischen Zusammenprall. Direkt neben der gotischen Spitzenklöppelei der Matthiaskirche wurde der moderne Klotz des Hilton-Hotels in die Ruinen eines mittelalterlichen Klosters gesetzt.

buda3Die Fischerbastion mit ihren zahlreichen Türmen und Türmchen im nachgemachten Mittelalter der 1850ern ist dann so herrlich kitschig, dass es schon wieder gut ist.

Und von dort ging es dann über Treppen, Treppen und weitere Treppen hinab zum Donau-Ufer und zum Hotel.

Der Empfang brachte wenige Reden und viele interessante Menschen. Und eine letzte Erkenntnis: Nie wieder mit neuen Schuhen zum Stehempfang. Autsch!

Gute Nacht aus Budapest!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: