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Alishan – oder eben nicht

ali3Der Ansatz ist schon bewundernswert.

Statt schüchtern zu sagen: „Tschuldigung, Leute, wir wissen, dass das Wetter bei uns Sch..e ist, aber vielleicht kommt ihr ja trotzdem mal vorbei“, dreht man in Alishan den Spieß um und macht aus dem Dauernebel, den Wolken, dem Regen DIE Attraktion. Es gibt ganze Wege, um das „Meer der Wolken“zu bewundern, den „Mysterious Mist“ zu erleben und das auch noch von verschiedenen Plattformen aus, denn Wolke ist ja schließlich nicht Wolke und Nebel nicht Nebel.

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Auf dem Weg zum Yushan National Park

Der – angebliche – Höhepunkt ist eine einstündige Bahnfahrt um halb fünf Uhr morgens von Fenishu – davon später – zu einer „Sunrise View Plattform“auf etwa 2400m Höhe, wo du mit Tausenden anderer Frühaufsteher die Sonne aus den Wolken über die höchsten Gipfel Taiwans (immerhin 3800m) aufgehen sehen kannst. Theoretisch. Leider oder viel mehr zum Glück wussten wir aus eigener Erfahrung, dass wenigstens bis 3275m Höhe fest der Nebel regiert, so dass das mit der Sonne auf 2400m doch nicht sehr glaubwürdig wirkte. Das haben wir uns geschenkt. Fenishu, das von der Betreiberin unseres Homestays in höchsten Tönen gelobt wurde, fanden wir einfach nur deprimierend, eine Touristenfalle neben der anderen. Die andere Attraktion Alishans, die riesigen Zypressen, haben die Japaner in den 1930ern gefällt, so dass es nur noch einige wenige große Bäume gibt und die meistens davon tot. Hmmm. Was es in Massen gab, waren dafür Touristenbusse, auf jeden Privat-PKW kamen sicher ein Dutzend Busse. Ich lasse euch das mal ausrechnen mit den Bussen und der Wald-Einsamkeit…

Der Nebel war inzwischen so dicht, dass man die sprichwörtliche Hand vor den Augen nicht mehr sah, was die Fahrt zu unserem kleinen Lokal zum einem sehr spannend, zum anderen sehr langwierig macht. Der Randstreifen der Straße war kaum zu erkennen, was auf den gebirg-kurvigen Strecken für Überraschungsmomente sorgte. Gelegentlich gab es in den engsten Kurven kleine irrlichternde LEDs im Mittelstreifen, über die wir uns immer sehr freuten. Als wir endlich die Abzweigung fanden, ging die Straße steil ins Tal hinab, wir waren unter dem Nebel. Die Bauern-Initiative betreibt ein Restaurant neben einem kleinen Marktstand, auf dem sie unter anderen in große Kohlblätter verpackte grüne Bohnen verkauft, sehr attraktiv.

ali1Das Restaurant ist eine offene Veranda, an den Berg geklebt, man bekam erklärt, was es heute zu essen gibt, bei Schwierigkeiten mit der Übersetzung ging die junge Bedienung schnell zum Marktstand und holte das Gemüse zum Erklären. Wir haben sehr gut und lecker gegessen, sticky rice im Bambusrohr gegart, geschmorte Farnspitzen – ja, wir haben gefragt und der Farn wurde uns gezeigt – sehr würziges gegrilltes Fleisch, Bittergurken, ein Omelett und, und, und.ali2

Nur der Rückweg war dann wieder sehr langsam und langwierig.

Alishan hat uns – wie man vielleicht zwischen den Zeilen lesen kann – nicht so richtig gut gefallen, dafür war der Weg dahin, über die 2500m hohen Berge des Yushan-Nationalparks sehr schön. Und die Fahrt fast erholsam: es war Montagmorgen, der Feiertag vorbei, kaum ein Fahrzeug unterwegs. Die Straße war in gutem Zustand, meist zweispurig. Und gelegentlich lichtete sich der Nebel, so dass man etwas von der Gegend sah. Wie die Gurkenfelder oder die Waldbewohner…ali5


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