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Oper ist…

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Die Seebühne, vom Pfänder aus gesehen

 

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen Andern erwählt;
Der Andre liebt eine Andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passieret,
Dem bricht das Herz entzwei.

 

Mit diesem Heine Gedicht kann man, glaube ich, ungefähr 75 Prozent aller Opernhandlungen zusammenfassen.  Manchmal noch mit dem Nachsatz: Und am Ende sind dann alle tot.

Spoiler-Alarm ist nicht notwendig, weil die Geschichte ja altbekannt ist. Und trotzdem habe ich mich geärgert, als während der Führung auf der Seebühne eine Frau fragt, wie sie das denn anstellen, die Carmen zu ertränken. Das hätte ich dann lieber nicht im Voraus gewusst. Die Führung selber ist faszinierend. Ein bisschen Geschichte zur Seebühne, eine Menge Zahlen zum Bühnenbild, von unserem Führer, eine Studenten, hübsch in Relation gesetzt. Die Bühne ist 30 Meter lang, 25 Meter hoch. Eine einzige der Karten wiegt 2,5 Tonnen. Und dann kommt: „Und sie ist 30 Quadratmeter groß und das ist doppelt so groß wie meine Studentenbude.“  Von der Tribüne mit 7000 Sitzplätzen geht es auf, d.h. hinter die Bühne und man sieht die Technik und Logistik hinter der Aufführung. Das Orchester sind die Wiener Philharmoniker, die hier seit Jahren sozusagen ihre Sommerfreizeit verbringen. Inzwischen sitzt das Orchester im Trocknen an Land und eine komplizierte Tonanlage sorgt für das Musikerleben im Freien. Dies geschieht zum einem, um die kostbaren Instrumente vor der feuchten Seeluft zu schützen, zum anderen aber auch, weil immer mal wieder Enten während der Aufführung neben dem Orchester „mitgesungen“ hätten. Unser Führer erzählt noch einige Anekdoten von ins Wasser gefallenen Hauptdarstellerinnen und Tauchereinsätzen, die das Publikum fast spannender als die Aufführung fand, erklärt, wie sie Pyrotechnik vor Regen und Seewasser schützen und entlässt uns dann mit den besten Wünschen für eine trockene Aufführung.

Drückt uns mal die Daumen für morgen.

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