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Kein Weihnachtsmarkt ist auch schön

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Irgendwie hat das nicht geklappt mit uns und den Mailänder Weihnachtsmärkten. Ist aber überhaupt nicht schlimm, wir hatten bei der Suche, der vergeblichen Suche viel Spaß. Das einzige was mir wirklich Leid tut, ist die Tatsache, dass wir den musikalischen Adventskalender am Rathaus nicht erleben konnten. Ich hatte gelesen, dass sich am Abend ein Fenster öffnet und ein Musiker ein kleines Konzert gibt. Jeden Abend kommt ein weiterer Musiker dazu, so dass am Heiligen Abend ein kleines Orchester spielt. Wir sind pünktlich am Rathausplatz, wo sich auch schon eine recht festlich gekleidete Menge einfindet. Aber um 18:00 öffnet sich kein Fenster, kein Musiker erscheint. Was sich öffnet, ist eine kleine Tür in einem Kupfer verkleideten Rund auf dem Vorplatz, aus dem ein sehr abstrakter Weihnachtsbaum wächst. Die Menge applaudiert, eine Dame verschwindet hinter der Tür und kurz darauf erleuchtet der seltsame Baum in seltsamsten Farben, vom Applaus der Menge umtost. Tja, und so haben wir – ohne es zu wollen – der offiziellen Eröffnung des Bulgari-Weihnachtsbaumes beigewohnt.

Heute Morgen wird der offizielle Weihnachtsmarkt der Stadt eröffnet, vor dem Castello. Weihnachtsmarkt am frühen Morgen ist ja nicht so richtig stimmungsvoll, aber die einzige Alternative, da unser Zug um halb eins fährt. Wir fahren wieder mit den charmanten alten Wagen der Linie 1, wo der Fahrer nach jedem Bremsen das Schwungrad noch mal kurz nachziehen muss. Für drei Haltestellen scheint das ein vertretbares Risiko zu sein.

Heute ist Feiertag in Mailand und halb Mailand auf dem Weg, so dass meine Bedenken, dass wir ganz allein zwischen verwaisten Ständen wären, schon mal hinfällig sind. Der Markt ist dann zur Hälfte Fressmarkt, zur Hälfte Flohmarkt mit ein paar weihnachtlich dekorierten Ständen. Besser hätte es ja gar nicht sein können. Und als ich schließlich an einem Stand ein lang gesuchtes Geschenk für einen Freund finde – sogar mit richtigem Monogramm – wird dieser Weihnachtsmarkt zum vollen Erfolg.

Dann müssen wir am Hauptbahnhof nur noch im Hinterkopf behalten, dass „Genova“ nicht der italienische Namen für Genève ist. Das hat uns schon einmal auf einer italienischen Autobahn etliche Kilometer Umweg gekostet. Dass unser Schnellzug dann streckenweise zum Stehzug wird, ist nicht halb so störend wie die dauernde Telefonierei einiger Mitpassagiere. Wenn ich für jedes „actually, I’m on the train“ fünf Franken bekommen hätte, könnte ich Euch alle zum Kaffee einladen – zu SBB-Preisen.

Drei Tage strahlender Wintersonnenschein in Mailand werden durch Regen in Genf abgelöst, besser als umgekehrt. Im Briefkasten liegt dann auch das Päckchen mit dem Reiseführer für Mailand, das es nicht mehr rechtzeitig vor unserer Abfahrt zu uns geschafft hat.

Das alles lässt nur einen Schluss zu: wir werden noch einmal nach Mailand reisen.

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