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Ihr Vögelein kommet

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Vor Jahren, als unsere Kinder noch sehr klein waren, haben wir die Tradition des Tiere-Bescherens erdacht. Ein Elternteil packt am Heilig-Abend-Nachmittag vier Kinder winterlich warm ein, schnappt sich eine Tüte mit Äpfeln, Karotten, Nüssen und Sonnenblumenkernen und zieht los in den Wald. Auf der von unseren Kindern so getauften „Häschen-in-der-Grube-Wiese“ werden Karotten und Äpfel ausgelegt, auf der dito Frederiks-Wiese Nüsse und Kerne in der Bruchsteinmauer versteckt. Wenn es dunkelt, kommen vier vergnügte und gut gelüftete Kinder nach Hause, wo der andere Elternteil letzte Hand an die Weihnachtsvorbereitung oder schlichtweg mal die Beine hoch gelegt hat.

Inzwischen sind es meist unsere erwachsenen Kinder, die uns am Heilig-Abend-Nachmittag aus der gemütlich-warmen Stube in den Wald locken mit der Tradition des Tiere-Bescherens.

Das Bescheren der Vögel wird deshalb auf die Terrasse verlegt, viel gemütlicher, user friendly und so. Die Pergola wird mit Tannenzweigen und diese mit Christbaumkugeln, Meisenknödeln und Äpfeln geschmückt, dazwischen wird das Vogelhäuschen gehängt. Dann heißt es: Ihr Kinderlein Vögelein kommet.

Sie kommen, in Scharen:

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Der jurassische Kaltfußfink, der nach drei trippelnden Schritten im Schnee einen Fuß zum Wärmen hoch zieht ins Bauchgefieder.

Der Specht, der sich etwas schwer tut.

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Der Kleiber, der erstmal seinen üblichen Ansatz, Kopf nach unten, ausprobiert und dann ein bisschen herumturnen muss, bis er, Kopf nach oben, vor der Futteröffnung sitzt.

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Die Meisenschar, die uns die Identifikation schwer macht. Ist das nun eine Punk-Meise, eine versumpfte Weidenmeise oder was?

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Die Distelfinken in Banden von zehn, zwölf Vögeln, die vor lauter Streiten und Zanken fast nicht zum Fressen kommen.

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Unten am Boden die eine oder andere schwerfällige Amsel, die in den Resten herumpickt.

Das ist schon ein faszinierendes Schauspiel, das sich vor unserer Terrassentür abspielt. Drinnen ist das Schauspiel auch nicht schlecht. Vor der Tür sitzt die Katze, im Jagdfieber, und maunzt mit den Vögeln, sie sollten doch mal näher kommen, noch ein bisschen näher kommen, nur ein kleines bisschen mehr.

Und dahinter, gleiches Jagdfieber, gleiche Bitte, Monsieur mit der Kamera.


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