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London ist ein Mädchen

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Autokorrekt ist ja der Fluch unserer Zeit. Allerdings braucht es nicht immer einen Computer „to mess things up“. In diesem Fall sehe ich ihn direkt vor mir, den Vertreter der 50er Jahre, wie er die Bestellung des Bürgermeisters entgegen nimmt und sehr sorgfältig, Zungenspitze im Mundwinkel, mitbuchstabiert: rue – de – la – London. Und so kommt es, dass London in unserer Ecke Frankreichs ein Mädchen ist.

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Die Rue de la London führt zur source de l’Allondon, der Quelle der Allondon, unserem Lieblingsabenteuerspielplatz. Zu allen Jahreszeiten, wenn auch nicht zu jedem Wetter. Im Sommer mit Badesachen, im Winter eher nicht. Im Frühling dann die ersten Jahren mit mehren Sätzen Wechselwäsche, weil es meist keine Viertelstunde dauerte, bis das erste Kind zumindest vollgelaufene Gummistiefel hatte.

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In den ersten Jahren konnte man nach Regenfällen nie sicher sein, dass und wie man in das Tal einsteigen konnte, der Bach liebte es, Wegstücke und Brücken mitzunehmen auf seinem Trip zum Genfer See. Wobei „Brücke“ hier die falschen Bilder erweckt. Anfangs waren es zwei Betonstrommasten, nebeneinander über das Flüsschen gelegt, später folgten Holzstege. Die waren optisch sicherlich schöner, fielen aber regelmäßig dem natürlichen Verwitterungsprozess zum Opfer.

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Die Allondon bietet das volle Abenteuerprogramm: spielen am Bachufer, inklusive des Momentes, wo ein Kind dann etwas über Schwerkraft und Schwerpunkt bzw. die plötzliche Verlagerung des selben lernt, Staudamm bauen, planschen im Wasser. Wald zum Holzsuchen, Feuerstellen zum Grillen und alte Mühlenruinen zum Klettern und forschen. Sogar meine Archäologenseele findet ihr Glück, als wir einen Nachmittag lang im Ufersand Scherben einer großen Schüssel ausgraben. Weiter oben gibt es dann die Quelle, im Sommer ein kleines Loch in einem Bergkessel. Die Müller des 19. Jahrhunderts haben das Rund mit einer Mauer abgesperrt, so dass ein großer Mühlenteich entstand, von dem der Mühlenkanal abgeht. Die Zeit und die ungeheure Macht der Spätwinter-Allondon haben die Mauer stellenweise zerschlagen, so dass sich das Wasser in der Mitte der Mauer einen schäumenden Weg in das darunter liegende Flussbett sucht. Idealer Badeplatz für abenteuerlustige Kinder.

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Besonders spektakulär ist die Allondon nach heftigen Regenfällen oder wenn oberhalb auf dem Jura der Schnee schmilzt. Beides Bedingungen, die zum Jahreswechsel 17/18 gegeben sind.

So beschließen wir, unsern Kater spazieren zu führen und das Neue Jahr feuchtfröhlich zu begrüßen.

Und bringen Euch ein paar Bilder mit.

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2 Kommentare

  1. Brigitte sagt:

    Die Osterhasen-Quelle…, ich wusste gar nicht, dass sie in England ist 🙂
    Frohes Neues Jahr Euch allen!

    Gefällt mir

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