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Carlos oder Anna?

Ich fürchte, wir müssen mit unserem Wanderreisen-Veranstalter mal über Definitionen sprechen. Drei „Wanderungen“ sind für heute geplant. Die erste geht zum Gipfel, zum Pico do Arieiro. Sie ist ganze zehn Minuten lang und wir schaffen es trotzdem, uns zu verlaufen. Wenn in der Wegbeschreibung steht: links am Gebäude entlang zum Gipfel, suche ich einen Weg, nicht die Treppe zur Terrasse des Restaurants. Toller Ausblick, zugegebenermaßen, ja, doch, war die immense Anstrengung durchaus wert.

Vom gleichen Parkplatz aus geht es zum Miradouro Ninho da Manta, dem Bussardnest. Anspruchsvolle 40 Meter auf 20 Minuten Wandern, eine Richtung, in 1800 Meter Höhe. Unsere sportliche Befriedigung wird etwas unterminiert durch eine Vielzahl drahtiger älterer Portugiesen, die die gleiche Strecke mit hochbeladener Schubkarre vor uns her joggen. Beladen mit Steinplatten zum Wegebau oder mit Setzlingen zum Aufforsten nach den schlimmen Waldbränden vor ein paar Jahren.

Auf der gut ausgebauten Straße – schließlich hat die portugiesische Luftwaffe am höchsten Punkt des Pico do Arieiro ihren Nistplatz – geht es wieder ins Tal nach Ribeiro Frio und zu unserer dritten Wanderung, zu unserem ersten Mal. Das klingt jetzt deutlich romantischer als es ist, denn unser erstes Mal entlang einer Levada haben wir mit Dutzenden anderer. Die „Balkon-Levada“ ist kurz, flach (endlich) und leider ziemlich überlaufen.

Das seltsame Krippchen am Anfang ist schon ein kleines bisschen unheimlich und am Ende, nach drei Kilometern, fühlen wir uns nicht so recht ausgelastet, wandermäßig und so. Also beschließen wir – wo sie schon mal da ist – die Levada do Furado anzugehen. Natürlich nicht die ganze Strecke, viel zu weit. Nicht mehr als eine Stunde, meint Monsieur, nicht mehr als fünf Kilometer meine ich. Das geht natürlich nicht überein, also einigen wir uns auf höchstens vier Kilometer oder eine Stunde, was halt zuerst passiert.

Die Levada do Furado ist dann so schön einsam, dass wir uns natürlich nicht an die Abmachung halten, denn nach einer Stunde, knapp dreieinhalb Kilometer sagt Monsieurs Lebensgefährtin, dass da vorne, gar nicht mehr weit, nur noch zwei Kurven weiter ein schöner Teich mit Wasserfall käme.

So sind wir dann doch etwas später wieder zurück in Riberio, wo der anstrengendste Teil des Tages noch vor uns liegt: der lange und steile Anstieg zum Auto.

Wir sind dann doch schon ziemlich müde, als wir uns auf den Weg zum nächsten Hotel machen, aber man kann ja nicht immer nur wandern. Deshalb hat unser Wanderreisen-Veranstalter den einen oder anderen Kulturpunkt eingebaut in die Reise. Den ersten haben wir heute Morgen gleich mal geschwänzt. Korbflechter und Korbflechten, das habe ich schon in zu vielen Bauernmuseen gesehen, das schenken wir uns. Dann eben Santana. Ich denke dabei natürlich sofort an Carlos und Samba pa ti, die Madeirer aber eher an Anna. Was nun das besondere am Städtchen Santana ist, seht ihr hier: ein paar traditionelle, Stroh gedeckte Häuschen im Zentrum der Stadt.

Dann doch lieber Samba pa ti.


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