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Same same

Aber natürlich completly different.

Radeln am Fluss entlang, ja, aber…

Denn erstens ist es die Lahn und nicht der Rhein.

Zweitens gibt es keine Fähre, aber ein paar Brücken.

Drittens fahren wir nicht im Sonnenschein, sondern bei windigen, ungemütlichen 16 Grad.

Das ist natürlich erst der Anfang der Liste.

Die ersten Kilometer fallen auch unter „same same“, denn bis zur Lahnmündung fahren wir noch am Rhein entlang.

Doch dann ändert sich das Fahrgefühl. Der Leinpfad ist enger, die Lahn biegt auch schon mal um eine Kurve. Da gibt es dann lahnseitig ein Geländer, wohl damit so schnelle Radfahrerinnen wie ich bei ihrem waghalsigen Tempo nicht aus der Spur fliegen, hüstelhüstel.

Geländer gibt es auch an den Schleusen und damit die nächste Herausforderung mit ihrem kurzen steilen Sprint den Schleusen-Hügel hoch, gekoppelt mit einem Slalomschlenker durch die Absperrungen. Das muss ich doch noch mal üben, das endet meist mit einem eher uneleganten Abstützmanöver.

Auf dem Uferweg sieht man noch die Spuren der schweren Unwetter der letzten Tage, gefällte und zerlegte Baumriesen neben der Trasse, Schlammpfützen über den Weg. Ansonsten ist es einfach nur schönes Rollen in friedlicher Flusslandschaft. Selbst die oft parallel verlaufende Straße stört das Gefühl nicht. Halb zugewachsene Industrieanlage der Vergangenheit zeigen ihren morbiden Charme.

Apropos morbider Charme, da kommt Bad Ems nur auf morbide. Der Radweg führt im Zickzack durch mehr oder weniger verkehrsreiche Straßen – die Uferpromenaden und Parks am Fluss sind ganz eindeutig den kurenden Gästen zu Fuß vorbehalten – an noblen Hotels vorbei, der modernen Therme und dem alten Spielcasino. Alles sieht geschlossen und halb verlassen aus, trotz der zahlreichen Nobelkarossen, die vor einigen der Hotels stehen. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass bei diesem ungemütlichen Wetter niemand Lust zu flanieren hat.

Wir kreuzen die Lahn – auf einer Brücke! – und verlassen Bad Ems, nur um ein paar Kilometer weiter in idyllischen Wiesen austesten zu können, welch eine intensive und weitreichende Geruchsglocke Silage und Gülle übers Land legen können. Die Freuden des Landlebens mit seiner ach so gesunden Luft begleiten uns bis zur Brücke in Dausenau, unserem Ziel für diesen Nachmittagsausflug.

Fast können wir den Ort nicht betreten, denn ein Schwanenvater geht zischend und flügelschlagend auf Monsieur los, der wohl etwas zu nahe an seinen vier Küken vorbei geradelt ist. Die Vier grasen fröhlich und völlig ungerührt den Uferstreifen ab und haben eindeutig weniger Angst vor uns als ihr Vater.

Dausenau ist Fachwerk-Romantik und Saure-Trauben-Reaktion vom Feinsten. Alle Ausflugslokale, Eisdielen und Cafés sind geschlossen, was uns zu einem bockigen „Hätten wir eh nicht gewollt, bei den Temperaturen“ verleitet.

Anderthalb Stunden später sind wir wieder zuhause – ich muss unterwegs noch ein paar Fotos machen, sonst wären wir natürlich viel schneller gewesen. Ganz bestimmt!


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