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Freitags gibt es immer Fisch

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Heute, Mittwoch, auch, allerdings nicht auf dem Teller, sondern im Aquatis in Lausanne. Genau genommen Lausanne Ausfahrt Vennes, rue de Berne. Das kennen wir, das ist einfach, das schaffen wir auch ohne Navi. Stimmt. Fast. Wir stehen in Lausanne an der Ampel, sehen direkt vor uns rechts den beeindruckenden Rundbau des Aquariums und biegen folgerichtig rechts ab. Merken diesen einen Augenblick zu spät, dass dies nicht die Aquatis-Zu- sondern die Autobahnauffahrt ist. Unser Navi zeigt Größe, meckert weder, dass es das schon hätte kommen sehen, noch gibt es wenig hilfreiche Ratschläge zum möglichen Wenden. Also fahren wir eine Extrarunde zur nächsten Ausfahrt und stehen zehn Minuten später wieder an obiger Ampel. Da wir in Maßen lernfähig sind, klappt das diesmal mit der richtigen Einfahrt.

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Wie war das noch mit der Evolution?

Der Eingangsbereich des Aquariums ist mit diesen Menschenmassenleitbarrieren zugestellt, die wir aber ignorieren und auf dem direktesten Weg zur Kasse frech umgehen. Dort merken wir, dass drei besetzte Kassen bei zwei potentiellen Besuchern vor uns in der Schweiz noch lange kein Garant sind, sofort seinen Eintritt bezahlen zu können. Der Betreuungsaufwand der Familie und des Paares vor uns ist sehr hoch und es dauert und dauert. Harmoniepausen mehrerer Familienmitglieder kommen und gehen, unsere Jacken und Taschen sind schon längst in Schließfächern verstaut, als Monsieur endlich unsere Tickets lösen kann, zum stolzen Preis von 29 CHF, pro Person, nicht pro Familie.

Dann – Achtung Kalauer – tauchen wir ein in die Welt des Aquatis. Sanftes Licht, riesige Becken und auf dem Boden, an den Wänden viele Spiegel mit sehr spannenden Effekten. Mir fällt zuerst der Genfer See-Dampfer an der Decke auf, wie er – kopfüber hängend – durch das Wasser pflügt. Erst dann sehe ich sein – nun korrektes – Spiegelbild zu meinen Füßen. Das ganze umspielt mit Unterwasserlauten und leider eher störenden „Erklärstationen“, die ihr Wissen für meinen Geschmack viel zu laut in den Raum plärren. Dramatische Gletscher-Zuwachs- und Schrumpfszenarien, die obligatorische Reise eines Wassertropfens, nichts wirklich Neues, bis ich zum Genfer See Tsunami komme. Um 560 blockiert ein Bergsturz die Rhonemündung am Ostende des Sees, das Wasser staut und staut sich auf, bis es zur Katastrophe kommt. Der natürliche Damm bricht und schiebt eine meterhohe Wasser- und Schlammlawine vor sich her, die alle Siedlungen am Ostufer überschwemmt. Selbst im fast 100 km entfernten Genf ist die Welle noch an die zehn Meter hoch, bricht über die Stadtmauer und tötet viele Menschen. Das klingt alles sehr dramatisch, kann ich aber als „Geschichte“ abtun, ist zum Glück ja schon sehr lange her. Bis dann im Schlusssatz die Warnung Schweizer Geologen kommt, dass sich so etwas jederzeit, jederzeit! wiederholen könne. Da bin ich dann doch froh, dass wir uns kein Seegrundstück haben leisten können und in die Berge gezogen sind.

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Die Erklärerei konzentriert sich zum Glück auf die ersten Räume, danach wird es ruhiger, richtig kontemplativ. Vor den raumgroßen Glaswänden habe ich fast den Eindruck, selber meditativ mit zu schwimmen. Ab und an kommt so ein großer Schatten dann doch erschreckend schnell erschreckend nah, aber im Kopf weiß ich ja, dass ich nicht zum Beuteschema gehören würde. Bis zu dem Becken mit den Piranhas, an dem gleich mehrere Schilder davor warnen, die Hände von oben ins Becken zu tauchen.

Aquatis ist nicht nur Aquarium sondern auch Vivarium. Einige der Glasvitrinen haben dann schon etwas von „Findet Walter“. Neben dem Kasten hängen Bild und Namen der Bewohner, sei es nun Frosch, Salamander, Schlange oder Kröte. Und dann fängt das Suchen an. Knallbunte Frösche machen es einem einfach, aber einige der Tierchen sind schon verflixt gut getarnt. Dass eine der besser getarnten schwarzen Vipern sich fast unsichtbar in die Abdeckungsschlitze der Lüftung presst, ist schon ein bisschen unheimlich. Noch unheimlicher ist das große Krokodil, dessen Augen ich zuerst fast nicht wahrnehme und dessen beeindruckende Größe ich erst sehe beim Blick unter den Wasserspiegel. Die Mangusten, die im Wüstensand der Nachbarvitrine spielen, scheinen sich davon nicht einschüchtern zu lassen. Und das, obwohl es einen Gang zwischen beiden Vivarien gibt und das Krokodil die Mangusten jagen und fressen könnte, wie ein Vater seinen zwei kleinen Mädchen zeigt: „Wow! Cool!“, ist deren Reaktion. Und das finde ich dann richtig unheimlich.

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Der Höhepunkt unseres über zweistündigen Besuches ist aber eher unfreiwilliger Art. Im großen Gehege des Komodo-Warans sieht man – zwei Männer. Es ist nicht ganz klar, ob sie Tierpfleger oder Hausmeister sind. Jedenfalls sind sie dabei mit Akkuschrauber und Brecheisen die Deko zu demontieren. Kein Waran weit und breit. Es stellt sich heraus, dass der Waran es irgendwie geschafft hat, sich hinter die Holzverkleidung zu bugsieren und nun dort kopfüber festsitzt. Ab und an peitscht eine Schwanzspitze durch ein Fenster, ansonsten sieht man nur die zwei Männer, wie sie sich verbiegen und verkrümmen, um ziehend, schiebend, drückend 70 kg Waran aus dieser misslichen Lage zu befreien. Irgendwann kracht es und die Echse plumpst auf den Boden, bleibt benommen stehe und dreht dann den Kopf zu ihren Rettern. Die mit – sorry – affenartiger Geschwindigkeit hinter einer Schutzwand verschwinden. Von dort zielt der eine mit einem Schlauch auf das Tier, das erst den Guss genießt und sich dann schüttelnd in Bewegung setzt. Als die Pfleger zufrieden sind, dass er sich unverletzt fortbewegen kann, kommen sie aus ihrem Versteck und kümmern sich darum, dass der Waran nun wirklich nicht mehr hinter die Verkleidung klettern kann.

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Wie jedes Museum, jeder Zoo hat das Aquatis auch einen Shop, strategisch günstig vor dem Ausgang. Da bin ich dann wirklich froh, dass unsere Kinder inzwischen erwachsen sind. Sonst wären wir hier sicher nicht ohne einen rosa Plüschpiranha herausgekommen.

 

 

 

Wundertüte 2.0

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Offensichtlich funktioniert das mit dem Bildungsauftrag auch anders herum und so werde ich auf dem Weg nach Murten mit Wissenshäppchen gefüttert. Murten ist der Ort der gleichnamigen Schlacht von Anno 1476: eins zu null für die Schweiz gegen die damalige Supermacht Burgund. Dann verkündet meine Planerin, dass wir heute just am Jahrestag dieser Schlacht in Murten sein werden und mir ist klar, dass wir eigentlich gleich kehrt machen können. Die Stadt wird völlig überlaufen sein, es wird kein Durchkommen geben in den Sträßchen und Gassen und Parken wird unmöglich sein. Meine Planerin beruhigt mich, das große Jubiläum wäre letztes Jahr gewesen, in „normalen“ Jahren feuerten sie nur ein paar Kanonenschüsse ab. Das sollte überschaubar sein. Es stellt sich heraus, dass wir beide recht haben. Die Stadt ist festlich geschmückt und der Fahnenschmuck verstärkt den Eindruck, eine reiche selbstbewusste Mittelalter-Stadt zu betreten. Aber die Bürgerwehren und Spielmannszüge machen gerade Mittagspausen und auch die Zuschauer haben sich für ihre Siesta zurückgezogen. Ab und zu sieht man Gruppen von Jungen oder Mädchen in Uniformen durch die Gassen rennen, aber der überwiegende Eindruck ist „Mittagspause“.

p2017_06_22_13h37_50cMurten ist deutlich größer als Gruyère, es hat dann auch drei Straßen. Wir schlendern vom Berner Tor über die Hauptstraße, mit einem Zwischenstopp in der Konditorei Aebersold, um den berühmten Nidelkuchen zu probieren. Die Hauptstraße führt schnurstracks zur Burg. Vorbei an drei Brunnen, die in einem wahren Rausch namensgeberischer Fantasie Unterer, Mittlerer und Oberer Brunnen getauft wurden. So etwas schafft zumindest klare Verhältnisse. Warum die Rathausstraße Elefantengasse heißt, ist dann etwas verwirrender. Anscheinend war um 1860 ein Zirkus in der Stadt, der einen Elefanten zeigte. Dieses Tier riss sich los, tötete seinen Wärter und lief in den Gassen der Stadt Amok. Irgendwann schaffte die Bürgerwehr es, das Tier in die Enge zu treiben und hatte damit ein weiteres Problem: wie bringt man so einen Riesen um? Schließlich ließ man aus dem 20 Kilometer entfernten Fribourg eine Kanone anschleifen und erschoss das arme Tier mit einer Kanonenkugel.

Da dem Rat der Stadt dadurch nicht unerhebliche Kosten entstanden waren, wurde pragmatisch beschlossen, das Fleisch des Elefanten an die Bürger zu verkaufen und das Skelett anschließend gegen Eintritt bestaunen zu lassen. Ist schon seltsam, welche Blüten Geschäftssinn so treibt.

p2017_06_22_14h11_33aIn der jetzigen Rathaus- und/oder Elefantengasse ist von der gruseligen Geschichte nichts mehr zu sehen und wir machen uns auf zur letzten Attraktion: der begehbaren Stadtmauer. Stadtmauer ja, begehbar heute leider nein. Schade! Als wir gegen Ende unserer Murtentour zur Deutschen Kirche kommen, tut sich was. Es sind wieder deutlich mehr Menschen auf der Straße, das Durchkommen wird schwieriger, zumal die anderen alle in die entgegen gesetzte Richtung wollen. Nun wäre das ja eigentlich ein guter Grund, mal mit zu gehen und nachzuschauen. Aber wo Blaskapellen und Fanfarenzüge ins Spiel kommen, sinkt meine Neugier.

p2017_06_22_14h13_46Wir kämpfen uns gegen den Strom durchs Stadttor und werden draußen von einer großen Vielfalt an jugendlichen Spielmannszügen und ganzen Horden weiß gekleideter Kinder empfangen, alle mit mehr oder weniger selbst gebastelt aussehenden weißgoldenen Krönchen auf dem Kopf. Wir kämpfen uns durch zum Parkplatz und steigen gerade ins Auto, da fällt hinter uns einen Kanonenschuss.

Dabei war weit und breit kein Elefant zu sehen…

 

Die Wundertüte

 

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Mein Navi darf es wissen, ich nicht. Der Ausflug, geplant von meiner Jüngsten, soll ein paar Überraschungen für mich enthalten. Ausflug als Wundertüte. Und ich schließe beide Augen und stecke meine Hände in die Wundertüte Das ist jetzt natürlich bildlich gesprochen, denn in der Realität ist es zielführender, dass ich die Augen offen und die Hände am Lenkrad habe.

p2017_06_22_08h46_12Mit der Abfahrt Bulle wird es dann einfach, ein Ziel zu identifizieren. Zwischen Bulle und Gruyère – ich weigere mich standhaft, den deutschen Namen zu benutzen, klingt wie ein Baby mit Magenkolik – ist die Schweiz Märklin-Eisenbahn-niedlich. Saftig grüne Wiesen, ein paar Dörfer hineingestreut und auf den Almen unterhalb der Bergriesen hingetupfte Kühe. Landschaft als ihr eigenes Klischee. Und mittendrin auf einem Bergrücken Gruyère. Die kleine Straße biegt um eine letzte Kurve, man sieht das Stadttor und da ist dann Schluss – jedenfalls für Besucher-PKWs. Wir sind so früh, dass der Ort noch verschlafen wirkt. Wer allerdings nicht schläft, sind die Zulieferer und so ist der kleine Marktplatz zugestellt mit kleineren und größeren Transportern, die anliefern, was Gruyère für den zu erwartenden Touristenstrom so braucht.

Die Stadt ist sehr besucherfreundlich: es gibt eigentlich nur eine Straße und die führt schnurstracks vom Stadttor zur Burg. Die Burg schläft auch noch, aber man kann sie am Fuße der Mauer umrunden und schon mal antesten, ob gleich für das zweite Frühstück das Panorama links oder rechts schöner ist. Auf dem Rückweg sind wir sehr erleichtert, dass auch das Giger-Museum noch geschlossen hat. Die vor der Tür stehende Alien-Frau mit ihren Kampf-Nippeln reicht mir.p2017_06_22_09h08_35

Auf dem Hauptplatz haben wir dann ein Problem: links ein Café avec terrasse panoramique, rechts ein Café avec terrasse panoramique und wir können uns nicht entscheiden. Da gibt uns das Leben einen kleinen freundlichen Schubs, denn aus der einen Tür tritt eine Frau und hängt ein Schild auf: heute erst ab 10:30 geöffnet. 10:30? Da sind wir längst woanders! Während wir Kaffee und Hörnchen genießen, stürmt die erst von vielen Schulklassen die Bollwerke der Stadt. Es scheint, dass wir uns den Gesamt-Schweizer-National-Wandertag ausgesucht haben. Wo auch immer die Wundertüte uns hinführt, sind die Schulklassen schon da – in Massen. Bis auf …

Wohin die Wundertüte uns als nächstes führt, finde ich sehr passend: der „gare des sorcières“, der Hexenbahnhof, der Moleson-Bergbahnen. Eine Pendelbahn fährt sehr steil – und dank gleich zweier mitfahrender Klassen auch sehr laut – auf eine Zwischenstation auf 1500m Höhe. Dort gibt es ein Bergrestaurant und schon mal jede Menge Aussicht.

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Die Klassen stürzen sich in die Räume der Via Ferrata und ich bewundere das Nervenkostüm der begleitenden Lehrer. Mit einer Horde Zwölfjähriger über einen Klettersteig – châpeau! Wir schauen uns ein bisschen in Plan-Francey um und gehen dann zur Seilbahn-Kabine für den zweiten Abschnitt der „Bergsteigerei“: die Fahrt zur Spitze des Moleson auf 2002 m. Just in dem Moment kommt die Bahn von unten und spuckt zwei weitere Klassen aus. Auch hier muss ich eine Lehrerin bewundern – für ihren modischen Geschmack. Während die Kinder alle Wanderschuhen tragen, kommt sie in schwarzen Flipflops daher, mit Strass besetzt. Das Rätsel löst sich, als die Seilbahntüren auf dem Gipfel aufgehen und Kinder und Lehrerin als erstes die vom Restaurants bereit gestellten Liegestühle stürmen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass die obligatorischen „Mein Wandertag“-Aufsätze morgen sehr spannend zu lesen sein werden.

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Wir jedenfalls gehen einfach ein paar Hundert Meter (Distanz, nicht Höhe!) weiter, wo einige Holzbänke in einer Blumenwiese Bergglück pur versprechen: grandiose Aussicht, wohin man blickt. Aussicht mit Überraschungseffekt, denn es ist so diesig, dass man manche Bergkette erst beim zweiten oder dritten Blick entdeckt. Blumenteppich und Insektengesumm, ansonsten himmlische Stille. Irgendwann reißen wir uns los, kehren zurück zur Bergstation und erklimmen die Aussichtsplattform, was uns sicher auf 2012m, wenn nicht sogar 2015m Höhe bringt.

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Die Talfahrt ist dann sehr ruhig und entspannt in einer fast leeren Kabine und Bahn.

Und dann wird es spannend. Meine Planerin gibt die Koordinaten des nächsten Ziels ein, weigert sich aber es zu benennen, sagt mir außerdem freimütig, dass sie sich nicht sicher sei, ob wir das Gesuchte überhaupt finden. Ich finde das nur konsequent: wenn ich es nicht finde, weiß ich wenigstens nicht, was ich vermisst habe.

So weit kommt es dann doch nicht. Wir nähern uns auf kleinen Sträßchen der gestauten Saane und da steht dann ein Schild: Einsiedelei, XVII. Oh, Barock, wie schön, sage ich spöttisch. Meine Planerin schweigt dazu und konzentriert sich aufs Navigieren.

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Barock trifft es dann nicht so ganz. Was wir finden, nach einem kleinen Marsch über frisch gemähte Wiesen ist eine in die Sandsteinklippen gegrabene Felsenkirche. Von zwei Einsiedlern Ende 1600 eigenhändig aus dem Fels gehauen, war die über 120 Meter lange Anlage bis in 1970er eines der beliebtesten Wallfahrtsziele der Schweiz und angebliche eine der berühmtesten Attraktionen des Kantons Friburg.

Geriet dann irgendwie in Vergessenheit, fiel in einen Dornröschenschlaf, der bis heute anhält. Wir klettern jedenfalls ganz allein durch die Räume, vom großen Kirchenraum mit Altar – und meterweit durch den Fels nach oben gegrabenen Glocken“turm“ –  zum Saal mit Kamin und Brunnenschacht bis hin zu dem letzten, winzig kleinen Kämmerchen, das – etwas anachronistisch anmutend – eine Toilette enthält. Die Böden und Wände sind aus mehrfarbigem Sandstein, was das Graben wohl erleichtert hat, trotzdem ist die Weitläufigkeit der Anlage für zwei Bauherren fast nicht vorstellbar. Der Komfort war wohl auch mehr als rudimentär – was der Beruf des Einsiedlers halt so mit sich bringt. Dafür gehen die – nicht verglasten – Fensteröffnungen direkt auf das Tal der Saane, die heutzutage hier aufgestaut ist und eine türkisblaue Fläche bietet. Die Einsiedelei ist wirklich ein ganz besonders faszinierender Ort.  Und dann sind da die Wände. Es gibt einige Fresken und Skulpturen, die aber nicht wirklich ausdrucksstark sind. Dafür sind die ganzen Wände „geschmückt“ mit in den Fels geritzten Namen der Besucher. Der älteste, den wir finden, ist von 1709; ein Adliger des 19. Jahrhundert verewigte sich in 50 cm hohen, blutroten Buchstaben; ein anderer schaffte es irgendwie, seinen Namen in fünf Meter Höhe einzuritzen. Wir liefern uns einen kurzweiligen und dank der Kühle angenehm erfrischenden Wettbewerb, die ältestes, schönste, verrückteste Inschrift zu finden.

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Zurück am Parkplatz greift meine Planerin in die Wundertüte und zieht das nächste Ziel heraus: Murten. Dazwischen, gesteht sie, würde sie jedoch so gerne einen nicht eingeplanten Abstecher nach Avenches machen und ich sage: Avenches, das lohnt sich nicht wirklich. Aber weil es fast auf dem Weg liegt und so… In Avenches meint sie dann, in die Stadt müssten wir jetzt nicht unbedingt, nur das römische Amphitheater und ich sage: Das Amphitheater, das lohnt sich nicht wirklich. Aber wo wir jetzt gerade schon mal da sind und so… Ich halte vor dem Amphitheater, sie springt hinaus und ich suche einen Parkplatz. Das Auto steht noch nicht richtig, da kommt sie zurück. Und?, frage ich. Sie zuckt die Schultern: Lohnt sich nicht wirklich.