Aus der Zeit gefallen

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Während wir frühstücken fährt unter unserem Adlerhorst von Hotel die Eisenbahn vorbei, Märklin in natura.

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Auch wenn Montenegro sich noch so viel Mühe gibt mit der Schnellstraße auf der anderen Seite des Tales, wir bleiben auf dem „terrifying“ Sträßchen. Zumindest bis kurz vor Podgoriza. Das war schon hässlich, als es noch Titograd hieß, erinnert sich Monsieur und hat nichts an Reiz dazu gewonnen. Zeitziehen auf amerikanisch – aus dem fahrenden Auto heraus – bestätigt uns dies.

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Dann versumpfen wir. Statt auf der M2 über den Skadar-See (unser Hotel-Manager heute Morgen: Bitte sagen Sie nicht Skutari-See, das ist italienisch. Wir nennen ihn Skadar-See.) zu fahren, möchte Monsieur um das versumpfte, verschilfte Seeende fahren. So kommen wir nach Karub. Schmale Steingassen führen an mehr oder weniger verfallenen Häusern zum See. Irgendwo links eine Terrasse mit ein paar Bänken und einem alten Mann. Ob das privat oder eine Café sei, fragen wir vorsichtig. Café, Café kommt mit einladender Geste. Wir bestellen Kaffee und Tee. Die alte Frau, die aus dem Haus kommt, scheint wenig begeistert von uns, bringt aber das Gewünschte und verschwindet wieder. Dafür taucht der vierjährige Enkel auf und flüchtet sich in die Arme des Großvaters. Ich falte Schiffchen für den Kleinen, der Großvater fordert uns auf, uns am überreifen Maulbeerbaum zu laben. Es vergehen Momente, die eigentlich aus der Zeit gefallen sind.

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Irgendwann bezahlen wir unsere 50 Cent für Kaffee und Tee, verlaufen uns noch ein bisschen in Gassen, die vor zu Steinhaufen verfallenen Häusern enden und finden doch wieder zu unserem Auto zurück. Eigentlich schade.

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Auf Straßen, die irgendwie viel zu schmal sind, suchen wir unseren Weg am Skadar-See entlang. Entdecken Landschaften von befremdlicher Schönheit, erleben in Stari Most, dass der See als Kloake benutzt wird und werden in Virpazar mit den Auswüchsen des Tourismus konfrontiert. An der Küste wird das noch schlimmer mit Bettenburgen oder als Steigerung blindäugigen Bettenburgen-Bauruinen. Sollte man einfach verbieten, diesen ganzen Tourismus 😉 . In den Bergen kurz hinter Virpazar bricht das tägliche Nachmittagsgewitter über uns herein. Monsieur, der sich an die Strände erinnert und im Meer baden will, wiederholt mantra-artig: „In Budva scheint die Sonne! In Budva scheint die Sonne!“

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Ihr könnt Euch denken, wie das ausgeht. Nur so als Tipp: wir sind nicht einmal ausgestiegen.

In Kotor finden wir nur mit Mühe und unter eklatanter Missachtung der Verbotsschilder zu unserem Apartment gerade außerhalb der Stadtmauer. Die Einfahrt ist so steil, die regennasse Straße so rutschig, dass unser Vermieter und ein Freund tatkräftig schieben müssen, bevor wir im Hof stehen.

Den Rest des Abends erledigen wir zu Fuß!

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Yippie-ya-yeah, Schweinebacke

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Geht Euch das auch so? Meine Navi-Stimme muss entweder sehr sympathisch sein oder Autorität ausstrahlen. Schließlich soll ich mich ihren Anweisungen unterordnen. Also entweder so ein leicht erotisches Antonio Banderas-Lispeln. Oder – ich oute mich jetzt mal – so ein stinkautoritäres „Bieg endlich links ab, Schweinebacke, yippie-ya-yeah!“ von Bruce Willis. Gibt es natürlich beides nicht, heißt aber nicht, dass man nicht davon träumen kann. Vor Jahren bekam ich ein neues Navi, selbe Marke wie das alte, andere Stimme. Tagelang war ich richtig unglücklich, bis wir (na gut: Monsieur) herausfanden, wie ich meine alte Stimme zurückbekomme. Danach fuhr es sich viel angenehmer.

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Das Mietauto hat ein eingebautes Navi, das ein gutes halbes Dutzend Stimmen anbietet. Computerstimme ist gleich raus, „Werner“ klingt wie ein Bundeswehrsportoffizier, aber „Lisa“ ist uns sofort sympathisch. Lisa begleitet uns also seit Tagen, meist gut gelaunt, gelegentlich etwas verzweifelt, wenn wir partout nicht machen wollen, was sie sagt. Heute morgen haben wir sie – sorry, Lisa – einfach abgewürgt. Sie konnte nämlich nicht verstehen, weshalb wir nicht die dreispurige Schnellstraße nehmen wollen und uns auf dieses winzige Seitensträßchen versteifen. Da hat sie uns zu viel herumgequengelt und das passt so gar nicht zur großartigen Stille und Weite der Landschaft. Zwischendurch gibt es dann schon Momente, in denen wir erwarten, dass Lisa sich ungefragt mit einem „Ätsch, habe ich ja gleich gesagt!“ meldet. Meist dann, wenn nach der zweifachen Kombination von Bodenwelle und Schlagloch noch der Wassergraben mit nicht abschätzbarer Tiefe der Pfütze kommt.

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Dabei ist dies Sträßchen noch harmlos gegen die offizielle Route zu unserem Hotel. Zugegebenermaßen ist die Straße nicht für das Hotel sondern als Zufahrt zum Höhenkloster Ostrog gebaut worden. Das hindert Lonely Planet aber nicht an dieser Einschätzung: “ It’s extremely narrow, twisting and steep and in a very poor state of repair; in short, it’s terrifying.“

Aber Lisa ist weder nachtragend noch leicht zu verängstigen und bringt uns furchtlos zu unserem Hotel und nach einer kurzen Siesta zum einzigen Programmpunkt des Tages: Felsenkloster Ostrog und Buße für unsere Sünden.

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Die Hälfte der Buße nimmt uns das Auto ab. Anders als echte Pilger, die zu Fuß und barfuß auf steinigem Treppenpfad den Berg erklimmen, fahren wir zum Parkplatz auf halber Höhe. Danach geht es beschuht immerhin noch 433 (gezählte, nicht gefühlte!) Stufen hoch.

Ob das reicht für unsere Sünden, weiß ich nicht. Wir tendieren ohnehin eher zum kölschen Verständnis von Gnade und Vergebung: „Wenn ich Böses han jetan, liewer Jott, schreiw ett an.“

Das Kloster ist einer der heiligsten Orte Montenegros, was sich auch an den Pilgerstromleitsystemen zeigt. Die Neubauten sind wenig ansprechend, aber die beiden Felshöhlen, Keimzellen des Klosters, sind die 433 Stufen wert. Rußgeschwärzte Fresken warten hinter schmalen Felsdurchbrüchen. In das Allerheiligste kommt man nur, wenn man sich tief verbeugt, so niedrig ist die Schwelle. Die mumifizierte Leiche des Gründers im offenen Sarkophag ist zum Glück mit einer schweren Brokatdecke abgedeckt, ich erinnere mich noch mit Schrecken an eine solche „Begegnung“ in Georgien. So etwas gibt mir persönlich gar nichts, doch die Ergriffenheit der Menschen um mich herum ist schon fast greifbar in der engen Höhle.

In strahlendem Sonnenschein geht es, nachdem wir das als besonders heilsam geltende Quellwasser ausgiebig gekostet haben, die 433 Stufen wieder hinunter. Das Wasser scheint zu wirken, die Stufen sind viel weniger anstrengend als auf dem Hinweg.

 

Dafür geht unser Plan, auf unserem Balkon mit einem Weißwein-Apéro den Abend einzuleiten, im Getöse des für 17 Uhr angekündigten Gewitters unter. Statt Sonnenschein gibt es „son et lumière“. Hat auch was…

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Ein ganz passabler Durchschnitt

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Im Wanderführer steht, es wäre eine der kürzesten und spektakulärsten Wanderungen. Diese Wortkombination macht sie schier unwiderstehlich. Für elf Uhr ist eine erste Gewitterfront im Durmitor Naturpark vorhergesagt, sozusagen die Aufwärmübung für die großen Gewitter ab 14 Uhr. Gewitter und Berge sind keine gute Mischung, also sehen wir zu, dass wir früh (für unsere Verhältnisse) auf dem Weg sind. Der Führer hat Recht, wenn er auch ein paar Adjektive wie blumenüberstreut (Wiesen), majestätisch (benachbarte Berge plus Adler), türkisgrün (Tara im Tal) vergessen hat.

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Für den Rückweg wählen wir eine andere Route, Monsieur ist ein paar Schritte vor mir am Auto und ich höre ihn schimpfen. Mein erster Gedanke: er hat den Schlüssel verloren und wir müssen den ganzen Weg noch einmal gehen. Aber als ich um die Ecke komme, steht dort, mitten im Nirgendwo, ein Mann in Tarnklamotten und kassiert den Eintritt zum Naturpark. Drei Euro will er pro Person und Tag, als einzige Legitimation hat er ein T-Shirt, auf dem Durmitor-Park steht. Letztendlich überzeugen uns aber die vorgedruckten Tickets mehr als ein beliebiges T-Shirt.

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Das Elf-Uhr-Gewitter übt schon mal, als wir am Crno Jezero Wanderparkplatz halten. Die „Wanderung“ sind ganze zwei Kilometer, die Hälfte Asphalt und das Gewitter grummelt bis jetzt nur. Dem nächsten Kontroletti halten wir triumphierend unser Ticket entgegen und er verzieht sich. Der See ist dann halt ein See. Ganz nett, aber auch nicht mehr.

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Auf der P5 geht es danach zur allseits gepriesenen Brücke über die Tara-Schlucht. Wir sind uns nicht ganz klar, ob das Elf-Uhr-Gewitter zu spät oder das 14-Uhr-Gewitter zu früh ist, jedenfalls bricht es kurz vor der Brücke über uns herein. Von der Brücke sehen wir nicht viel, zu dicht ist der Regenvorhang. Wir fahren beim Restaurant an der Brücke auf den Parkplatz und stürzen zur Tür. Drinnen sieht man zuerst gar nichts, so dick ist die Luft, dann erkennen wir mehrere Motorradgangs, alle Fahrer mit Zigarette. Gut, ich habe Verständnis dafür, nicht fürs Rauchen, aber dafür, dass Motorradfahrer sich bei diesem Unwetter nicht auf die Straße wagen.

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Wir steigen wieder in unser Auto und fahren los Richtung St-Georgskloster, unserem – vorerst – letzten Ziel für heute. Es ist ein Uhr und all das viele Wasser in See, Fluss und Regen macht mir richtig Appetit auf eine kross gebratene Forelle. Wir trödeln langsam im Regen durch die Tara-Schlucht und Monsieur fragt hinter jeder Kurve: „Und du bist wirklich sicher, dass man hier etwas zu essen bekommt?“ Sicher bin ich nicht, aber optimistisch. Und siehe da, kurz vor unserem Ziel liegt rechts ein Lokal. Ein Lokal, das unter anderem Forelle anbietet: 14 Euro das Kilo. Wir diskutieren, dass wir kein Kilo brauchen, dass zwei Forellen für uns reichen und die junge Kellnerin nickt. Das sei eine gute Wahl, zwei Forellen seien eine gute Portion. Ihre Mutter würde die jetzt gleich auf den Grill legen, ob wir etwas hausgebackenes Brot dazu haben wollten? Was kommt, sind dann vier Forellen, zwei für jeden, wohl das, was hier als „eine gute Portion“ gilt. Aber die Fische sind so lecker und saftigzart, dass wir keine allzu großen Probleme damit haben.

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Das kleine Kirchlein entpuppt sich als Wundertüte, nachdem wir erst einmal eine sehr nette junge Nonne herausgeklingelt haben, die mir als Nächstes einen bodenlangen Rock überreicht. Fresken aus dem Mittelalter haben mehrere Brandschatzungen der Türken überlebt und wurden erst vor kurzem zu ihrer jetzigen Schönheit restauriert.

Danach wollen wir eigentlich nur noch Hause, aus den nassen Klamotten heraus, ein bisschen faulenzen und uns danach Gedanken über das Abendessen machen.

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Aber irgendwie stoßen wir fast gleichzeitig auf diese Internetseite zu Stecci im Naturpark und – auf die Gefahr hin, Euch zu langweilen – machen uns auf die Suche. UNESCO ist etwas genauer mit ihren Angaben und so finden wir die beiden Plätze recht einfach, wunderschöne Landschaft gibt es als Bonus dazu. Eine Hochebene, von Seen und Mooren durchzogen, die „Dörfer“ selten mehr als eine Handvoll weit gestreuter alter Höfe.

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Auf der einen Fundstelle gibt es 300, auf der anderen 49 Stecci. Damit kommen wir also für drei Versuche ( 1x 0, 1x 4, 1x 349 stecci) auf einen ganz passablen Durchschnitt! Die Steine sind nicht so elaboriert wie in Ramilja, dafür halb in der Erde versunken, von verwunschener Schönheit. Ein Teil des Zaubers macht die Landschaft im Hintergrund, durch die die fast feldwegartige P14 nach Savnik führt. Und das liegt auf unserem Weg nach Danilovgrad morgen.

Bleibt nur die Qual der Wahl: durch die Tara-Schlucht oder über die Hochebene?

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Some kind of old Turkish motel

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Heute morgen begeht Monsieur einen schrecklichen Fehltritt. Es ist recht kühl und er zieht Socken an. Zu Sandalen. Die deutsche Rentner-Uniform! Die Rechnung bekommt er natürlich sofort. In Foĉa sitzen drei alte Männer vor einem Café und begrüßen ihn fröhlich auf Deutsch: „Guten Morgen! Wie geht’s?“

Selber Schuld, kann ich da nur sagen.

Foĉa ist eine sehr seltsame Erfahrung. Irgendwer hat im Internet etwas geschrieben über schöne alte Karawanserei, schöne alte Moschee, schöner alter Uhrturm. Hat aber vergessen, zu erwähnen, dass die beiden ersten Gebäude von den Serben beim Rückzug gesprengt worden sind. Das wiederum steht in meinem Reiseführer, der allerdings schon ein paar Jahre alt ist. Wer hat nun Recht? Immer optimistisch hoffe ich beide, erwarte, erhoffe, dass die gesprengten Bauten inzwischen wieder zu ihrer alten Schönheit restauriert worden sind. Foĉa liegt zudem ziemlich genau in der Mitte zwischen Sarajevo und Zabljak, unserem heutigen Ziel in Montenegro, ideal für eine Kaffee-, Harmonie- und sonstige Pause.

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Wir halten also vor dem oben erwähnten Café und orientieren uns erst einmal an einem weithin sichtbaren Minarett, das wird wohl die Moschee sein. Die Moschee ist zwar funkelnagelneu, wirkt aber nicht wie „neu renoviert“, einfach nur „neu neu“. Um sie herum ehemals schöne alte Häuser in verschiedenen Stufen des Verfalls. Ein paar Einheimische schütteln auf unsere Frage „Karawanserei?“ nur den Kopf und eilen weiter. Es hat etwas von Asterix & Obelix: „Alesia? Welches Alesia? Ich kenne kein Alesia!“ Etwas planlos laufen wir weiter auf das zu, was wir für einen Kirchturm halten, das sich aber als der gerühmte Uhrturm erweist. Auf der Wiese gegenüber die Ruinen einer großen Struktur, vor uns die Ruinen eines großen Gebäudes mit rundem Eingangsbogen. Ich bin mir fast sicher, dass wir meine Moschee plus Karawanserei gefunden haben, frage aber vorsichtshalber drei Jungen in Fußballtrikots, ob sie Englisch sprechen. Der Jüngste beantwortet nicht nur diese, sondern auch meine nächste Frage. „This is some kind of old Turkish motel.“ Finde ich eine ziemlich gute Umschreibung des Begriffes Karawanserei.

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Touristisch war Foĉa nun nicht so der Knüller, bleibt noch die Pause. Zu den Rentnern will Monsieur nicht zurück und findet eine Art Pizzeria ein paar Ecken weiter. Da unsere gesamte Barschaft noch 20 KM beträgt, fragen wir, ob wir eventuell mit Euro… und ja, wir können. Unser kleiner Imbiss kostet, Getränke inbegriffen, dann aber nur 10,50 KM. Da verzichten wir auf Klimpergeld in der falschen Währung und spendieren das dem Kellner. Wir haben eigentlich nicht die Angewohnheit über 90% Trinkgeld zu geben, aber das Gesicht des Kellners ist es wert.

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Unsere letzten Kilometer in Bosnien, eigentlich in der (Teil-) Republika Srpska, werden immer abenteuerlicher. Straßen, die zur Hälfte schon den Abhang hinabgerutscht sind oder umgekehrt Besuch vom Berghang oben drüber bekommen haben. Richtig toll sind die Straßenbrücke. An der ohnehin schon fast einspurigen Straße steht ein Verengungswarnschild und dann geht es in Autobreite + x (x = < 10 cm) über dicke Holzbohlen. Irgendwann gibt der Asphalt dann ganz auf. Just an dieser Stelle stehen dick und breit zwei Autos: ein VW-Bus des Schweizer Fernsehens und ein Audi der selben Firma. Bevor wir fragen können, ob sie Hilfe brauchen, sehen wir, dass die Fernsehtechniker eine Kamera an der vorderen Stoßstange des Audis befestigen, um möglichst bodennah dramatische Aufnahmen von bosnischen Straßenverhältnissen zu drehen. Liebe Schweizer Mitleser und Zuschauer, bitte lasst Euch nicht täuschen, wenn der Bericht im Fernsehen kommt! Egal wie atemberaubend und dramatisch es aussieht: das nicht asphaltierte Stück Schotterweg ist knapp 25 Meter lang, allerhöchstens.

Überhaupt kommen die wirklich abenteuerlichen Straßen erst auf der montenegrinischen Seite. Zum einen führen sie durch eine unglaublich dramatische Landschaft, zum anderen enden sie im Nichts bzw. in unserem Fall bei einem netten uralten Herren.

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Der Wegweiser Zabljak kommt etwas unverhofft auf der Uferstraße an der gestauten Tara entlang, aber wir schaffen die Abbiegung. Kurz danach wird es archaisch: in den nackten Felsen gehauene Tunnel, unbeleuchtet, dafür gerne auch mal mit einer Haarnadelkurve im Tunnel oder einem unverhofft abzweigenden Tunnel nach rechts. Straßenbreite mit hohem Diskussionspotential bei Gegenverkehr, das ganze natürlich ohne Leitplanken. Je höher wir uns schrauben auf dieser Straße, desto mulmiger wird mir zumute bei dem Gedanken, dass wir diese Strecke übermorgen bergab nehmen müssen. Monsieur meistert das alles mit großer Gelassenheit. Der letzte Tunnel spuckt uns auf eine traumhaft schöne Hochebene aus und unser Navi sagt, noch eine gute Stunde für 40 km. Alles ist gut, bis der alte Mann am Straßenrand auftaucht. Er trägt seinen guten Sonntagsanzug, vielmehr den, den er vor 60 Jahren als guten Sonntagsanzug gekauft hat und winkt aufgeregt. Wir drehen die Fenster herunter, er sagt etwas von „Snakes, snakes, snaews!“, schüttelt heftig den Kopf und meint wir müssten umdrehen. Wir sagen „Zabljak?“ und bekommen die gleiche Reaktion. Schlangen als Hinderungsgrund können wir uns nicht vorstellen, vielleicht gibt es irgendeine Sperrung für Nicht-Anwohner, also zeigen wir ihm unsere Hotelreservierung. Das sei ja nemetskiy, beschwert er sich, er könne nur montenegrinisch und ruski. Damit können wir nun leider nicht dienen, wohl aber mit einem Handy. Ein paar bange Sekunden, ob wir Empfang haben in dieser Einöde, dann haben wir unser Hotel an der Leitung und reichen das Handy weiter an den Herrn. Einige aufgeregte Sätze später erhalten wir es zurück und erst einmal einen Rüffel von der Rezeptionistin: Was um alles in der Welt wir uns dabei gedacht hätten, Ende Mai über den Sedlo-Pass (1900 m) fahren zu wollen. Ganz ehrlich? Gar nichts! Aber nun wird klar, dass der alte Herr nicht „snakes“ sondern „snow“ gemeint hat und das die Straße vor uns noch gesperrt ist.

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Das ist wirklich zu schade! Erstens ist die Landschaft wunderschön, zweitens habe ich jetzt schon Angst so gerne vor der Abfahrt.

Wir bedanken uns bei dem Herrn, kontemplieren noch ein wenig die Schönheit der Hochebene und krabbeln dann ganz langsam zurück ins Tal. Ich bin so sehr in einen intensiven inneren Dialog mit meinem Magen vertieft, dass ich gar nicht bemerke, wie schnell das geht.

Unten, im Tal, geht es auf wirklich zweispurigen Straßen zwar auch bergauf und bergab, meist durch Haarnadelkurven, über Savnik bis nach Zabljak. Trotz 60 km Umweg kommen wir nur 10 Minuten nach der geplanten Ankunftszeit für die Sedlo-Pass-Strecke an, was eigentlich alles über diese Passstraße sagt.

Monsieur will nun natürlich versuchen, von dieser Seite bis an den Schnee zu fahren (so ganz glaubt er die Geschichte nämlich nicht), aber heute wird das eh nichts mehr. Für morgen haben wir schon eine Wanderung im Durodimir-Nationalpark geplant, für die – wie nicht anders zu erwarten – Regen vorhergesagt ist.

Schau’n wir mal!

 

 

Ćejif

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Stadtrundgang mit Sabina, der aber an jeder Straßenecke in ein flammendes Plädoyer zum menschlichen Miteinander über alle nationalen, ethnischen und religiösen Grenzen hinweg übergeht. Ich weiß nicht, wie „zufällig“ der alte Offizier vorbeikommt und die Hände schüttelt, aber Sabina erklärt mit leuchtenden Augen, dass er der General der bosnischen Armee während der Belagerung Sarajewos war – und gebürtiger Serbe ist. Dass er sich nach dem Krieg um die Kriegswaisen kümmerte und dass kein Vater, keine Mutter stolzer sein könnte als er, wenn er einen seiner Schützlinge bei einer Abschlussfeier begleite. Stolz betont sie, dass Sarajewo eine Stadt des Zusammenlebens sei. Sie selber, klein, zierlich, blond, in Jeans und T-Shirt, sei Muslima und jetzt im Ramadan kämen abends oft auch ihre christlichen Nachbarn in ihrer Wohnung zusammen, um gemeinsam auf den Kanonenschuss von der Gelben Festung zu warten, das Zeichen des Sonnenuntergangs und somit des Fastenbrechens. Umgekehrt könne sie, Sabina, kaum die Weihnachtszeit erwarten, weil da die Mutter ihrer katholischen Nachbarin die besten Schoko-Plätzchen der Welt backen würde – und sie mit ihr.

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Immer wieder wird die Schilderung des Miteinanders unterbrochen durch die Schrecken der Belagerung: über 1000 Tage lag Sarajewo unter serbischem Feuer, eingeschlossen, der einzige Weg in die Außenwelt ein schmaler Tunnel unter dem Flughafen hindurch. Dort, wo Granaten niedergingen und Menschen auf den Straßen töteten, hat man die Straßen nicht repariert. Es wurde ein Rahmen aus Pflastersteinen gelegt und die Einschlagstellen und aufgerissenen Vertiefungen mit einer Art rotem Harz ausgegossen: die Rosen von Sarajewo.

Trotz dieser sehr emotionalen Momente ist die Führung geprägt von sehr viel unterhaltsamer Information, wenn auch ein Teil der bosnischen Geschichte, zusammengerafft in eine 15-minütige Einführung, einfach zu komplex und verwirrend ist für so einen kurzen Überblick.

Natürlich führt Sabina uns durch den Basar, zeigt uns ihr Lieblingskaffeehaus. Die erste Tasse Kaffee am frühen Morgen oder im Ramadan nach Sonnenuntergang, dazu die erste Zigarette, das sei „Ćejif“, das Gefühl voll und ganz mit seiner Welt im Einklang, glücklich und zufrieden zu sein.  Vor dieser Erklärung fragt sie uns aber erst: Kennen Sie den Begriff „Ćejif“? Und aus gut einem Dutzend bosnischen Kehlen um uns herum kommt ein fröhliches Ja! Kein Wunder, lacht sie, „Ćejif“ sei schließlich das populärste Wort der bosnische Sprache.

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Sabina bringt uns schließlich zu dem am osmanischsten wirkenden Bauwerk der Stadt, das natürlich die K&K-Monarchie während ihrer kurzen Herrschaft hier gebaut hat. Das ging nicht ganz ohne Widerstand, denn genau an der Stelle, am Flussufer hatte ein alter Mann sein Häuschen, das er absolut nicht verlassen wollte. Nach einigem zähen Verhandeln hin und her verlangte der Mann das für ihn Unvorstellbare, Inakzeptable: einen ganzen Sack voll Gold und dass sein Häuschen Stein für Stein, Holzbalken für Holzbalken abgetragen und auf der anderen Flussseite wieder aufgebaut werden sollte. Da steht es nun, das „Trotz-Häuschen“ mit unverbaubarem Blick auf die österreichische Monstrosität.

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Bei jeder Kirche, ob katholisch oder orthodox, wird auf die Nähe zur nächsten Moschee hingewiesen und die Tatsache, dass man mittags sowohl die Glocken als auch den Muezzin vom Minarett hören kann – die einzige Hauptstadt Europas, wo das möglich sei. Ich habe da zwar in Bezug auf Berlin so meine Bedenken, allerdings hat Berlin sicher nicht so eine verrückte Uhr. Die zeigt nämlich nicht die aktuelle Uhrzeit an, sondern wie lange es noch bis zum Sonnenuntergang ist. Früher beschäftigte die Moschee extra einen Sonnenuntergang-Ausrechner, heute übernimmt das das Internet. Trotzdem gibt es noch einen Uhrensteller, der jeden Tag die Uhr so einstellt, dass die Zeiger zum Sonnenuntergang auf zwölf Uhr stehen.

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In der Nähe der verrückten Uhr verläuft dann auch die Ost-West-Grenze Sarajevos. Das hätten wir auch ohne Sabina und den Meridian auf der Straße gemerkt. Rechts Bazar, Moschee und Altstadtgassengewirr, links K&K-Prachtstraßen mit entsprechenden Fassaden.

Rechts Kupferschmiedgasse mit „authentischem Touristenkitsch“, links das international schon fast identische Gemisch von H&M, Zara und Hochpreisigerem.

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Natürlich werden wir auch zu der berühmten Ecke geführt, die zum Trauma des Ersten Weltkrieges führte, wo Sabina uns auch vermittelt, wie sich die Perzeption des Attentats änderte. Die Österreicher errichteten ein Denkmal für die prominenten Opfer, das die Serben wieder entfernten. Dafür ließen sie in den Bürgersteig die Fußspuren des als Helden der serbischen Selbständigkeit gefeierten Attentäters ein. Die wiederum dann von den Bosniern entfernt wurden.

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Zum Abschluss gibt Sabina uns noch eine Lektion zum Verhalten im Straßenverkehr: Fußgänger müssten nicht auf Grün warten, einfach schauen, ob es geht. Geparkt werde auch sehr phantasievoll kreuz und quer – that’s just our nature!, alles etwas chaotisch, aber that’s just our nature! Nur – und hier wird sie ernst – falls wir je nach Kroatien fahren würden, da müssten wir wirklich aufpassen und alles richtig machen: Croatia EU country – very strict rules. Wir versprechen, dass wir – falls wir je wieder ein EU-Land betreten sollten, also so in drei, vier Tagen – diese Warnung beherzigen werden.

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Nach einer kleinen Siesta im Hotel gehen wir mal wieder getrennter Wege. Monsieur hat einen Hügel gefunden, auf den er unbedingt steigen muss: der Blick von der Gelben Festung sei legendär. Ich muss nicht so unbedingt und laufe nur am Ufer der Miljacka entlang zum Trotz-Häuschen und dann zu der österreichischen Monstrosität. Dort verlangt eine sehr gestrenge Dame 10 KM Eintritt und da wird es echt peinlich. Ich bekomme 9,80 KM zusammen und die Dame verweigert strikt die Annahme von Euro-Münzen, wahrscheinlich die einzige Stelle in ganz Sarajewo. Letztendlich bezahle ich die stolze Summe per Kreditkarte. Dafür bekomme ich freien Zutritt zum roten Teppich auf der Prachttreppe und den Sitzungssälen. Maurischer Jugendstil dominiert im Innern, frisch renoviert. Auch die Monstrosität, inzwischen Sitz der Stadtverwaltung und der Nationalbibliothek, wurde Opfer serbischer Angriffe und brannten drei Tage lang mit riesigen Verlusten an alten Dokumenten und Unterlagen.

Monsieur und ich kommen fast zeitgleich von unseren Exkursionen zurück und stehen vor der schwierigen Aufgabe uns für ein Restaurant zu entscheiden. Der junge Mann an der Rezeption schlägt drei vor. Im Trotz-Häuschen waren wir gestern Abend schon, die beiden anderen sind ausgebucht. Da versuchen wir unser Glück in einem der vielen kleinen Cevapcici-Läden im Basar. Es wird ein „Be nice to your Leber!“-Abend mit viel Mineralwasser zu den rohen, gehackten Zwiebeln und dem frisch gebackenen Brot. Ziemlich satt suchen wir noch eine Bar für einen Schlummertrunk, finden aber nichts, was nicht schon von weitem Touristenfalle schreit. Was wir finden, ist das „Mori Han“, die alte Karawanserei. Da gibt es zwar auch keinen Wein, dafür beenden wir unseren Abend bei „Bosnian coffee“ und Baklava.

Ćejif!

Edit: Wir haben gerade erfahren, dass Herr Erdogan morgen Sarajevo für eine Wahlkampfveranstaltung heimsuchen wird. Noch ein Grund mehr, morgen recht früh nach Montenegro aufzubrechen.

Stecci, die dritte

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Wir haben ja sonst nichts anderes vor heute. Fahrt von Mostar nach Sarajevo, 130 km, zweieinhalb Stunden. Dazwischen eigentlich nichts, was einen Stopp lohnt. Monsieur hat während der Planung der Reise sinniert, ob es im Tal der Neretva war, dass sie in der Burgruine übernachtet hatten. Über den Fluss geschwommen, Schlafsack über dem Kopf, und dann in der Burg geschlafen, unter dem Sternenzelt. Abenteuer, Freiheit und ein ganz kleines bisschen Angst, dass sich eine wärmesuchende Schlange in den Schlafsack schleicht. Das war übrigens der Punkt, an dem ich beschlossen habe, dass, wo immer wir auch übernachten werden, ich auf einem Bett und einer abschließbaren Tür bestehen werde.

Zurück zur Gegenwart: im Reiseführer steht, dass man bei Konjic nach Bijela fahren und dort Stecci sehen könnte. Die Angaben sind deutlich konkreter als gestern und Monsieur ein langmütiger Mensch. Wenn so ein paar Stecci seine Frau glücklich machen, was bedeuten da schon zwanzig Kilometer Umweg. Wir kommen auch tatsächlich nach Bijela, aber natürlich weit und breit keine Stecci. Das Mittagsgebet ist gerade zu Ende und eine Gruppe alter Männer kommt aus der Moschee. Ich probiere wieder meine Bosnisch-Kenntnisse mit Dobar dan und Stecci und bekomme die gleiche etwas verwirrte Reaktion wie bei den Damen in Blagaij. Aber ich bin ja lernfähig und habe meinen Bosnienführer auf der Radimlja-Seite aufgeschlagen und bei den Bildern geht ein großes Aaah durch die Gruppen und alle fangen an zu reden. Besonders einer gestikuliert wild erst in Richtung Berge, dann auf sein Auto. Dann knallt er seinem Freund den Ellbogen in die Rippen, nickt wie wild mit verschwörerischem Gesten in unsere Richtung, grinst und plötzlich sehen die zwei aus wie zwei Zwölfjährige beim Schulschwänzen. Schließlich wird hinten aus der Gruppe der Einzige unter 70 nach vorne gezerrt, ein pickliger Knabe, der dann gezwungen wird, uns auf Englisch: „Follow him, follow him!“ zu erklären. Hätten wir ohnehin gemacht, aber danke trotzdem. Wir folgen also dem alten klapprigen Golf auf Bergstraßen aus dem Ort hinaus bis zu einem kleinen Kirchlein auf einer Wiese. Hier steigen unsere Fremdenführer aus und deuten stolz auf vier große, grob behauene Quader “ Stecci!“

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Ja, im Prinzip schon, aber eher so der Prototyp, ohne Verzierung, nur der nackte Stein. Wir können uns die Steine aber vor lauter Kommunikation fast nicht ansehen. Mit weit ausholenden Gesten erklärt der Gesprächigere, dass hier überall im Wald „Stecci! Stecci!“ seien, nehme ich an, dass die Berge sehr hoch seien, schätze ich mal, dass der Wald ihm gehöre, rate ich munter drauflos. Der andere fragt Monsieur, ob ich seine Frau sei und ist mit der Antwort wohl zufrieden. Dann werden wir noch gefragt, ob wir njemački seien. Als wir nicken, kommt „Guten Tag“, worauf wir uns mit „Dobar dan“ revanchieren. Wir werden aufgefordert, die Berge zu bewundern und tun das lautstark und gestenreich. Irgendwann geht uns der Gesprächsstoff aus und wir verabschieden uns von einander.

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Anderthalb Stunden später stehen wir in Sarajewo vor unserem Hotel, dass nicht nur Hamam heißt, sondern auch einen hat. Aber leider, leider ist die Badezeit für die Herren heute schon vorbei und „Tomorrow ladies only, sorry, sir!“  Monsieur schaut so enttäuscht, dass der Rezeptionist weich wird.

So kommt es, dass wir gleich den Hamam ganz für uns allein haben werden. Und dann schauen wir mal, wie der Abend sich so weiter entwickelt.

Nicht schlecht für einen Tag, an dem wir eigentlich nichts vorhatten.

 

Once you’ve read it

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you can’t unread it.

Ein Raum in der neuen Dauerausstellung des Rotkreuzmuseums befasst sich mit Srebrenica, der Sucharbeit des Roten Kreuzes. Den forensischen Einsätzen, der Bergung und Aufarbeitung der Funde in den Massengräbern, die der eventuellen Identifikation der Opfer und damit dem späteren Seelenfrieden der Hinterbliebenen dienen sollen. In der Vorbereitungsphase auf die Führungen durch die neue Ausstellung habe ich den Fehler gemacht, einen Nachmittag lang die UN-Protokolle zum Massaker in Srebrenica zu lesen. Besser gesagt, einen Teil davon, denn nach drei Stunden musste ich aufhören, musste in den Garten, etwas Gutes, Warmes, Lebendiges sehen. Und hoffen, dass die Texte irgendwann zwar nicht „unread“ werden, aber dem Vergessen anheim fallen.

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In Mostar begegnen wir – 25 Jahre nach dem Krieg – überall den Spuren. Zwar ist mit großem Aufwand der Bereich um die Brücke herum wieder restauriert worden. Dadurch fallen die Narben in den anderen Teilen der Stadt nur um so mehr auf. Wir treffen eine junge Bosnierin, die unsere Fragen zu den Kriegsruinen beantwortet. Korruption auf allen Ebenen und Politiker aus verschiedenen Ethnien und Religionen, die verhindern, dass Hilfsgeldern den Opfern anderer Hintergründe zugute kommen würden.

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Wir besuchen eine Ausstellung mit Fotos zum Krieg, die ein damals 22 Jahre alte Neuseeländer, Wade Goddard, gemacht hat. Er selber hatte sich unter großen persönlichen Risiken in die belagerte Stadt geschmuggelt, eine Zeit lang bei bosnischen Freunde, ein paar Wochen mit spanischen UN-Soldaten verbracht und das Grauen dokumentiert. Er zeigt die Zerstörung der Stadt, die zerbombten Häuser, Menschen, die an Wasserlastern ihre Kanister füllen, alte Frauen, die in den Trümmern nach Brennmaterial zum Kochen suchen. Die menschenverachtende Taktik der Scharfschützen wird in den Fotos erst langsam klar durch die handgeschriebenen „Achtung, Scharfschützen!“-Warnschilder an den Straßenecken, mit dem Zusatz: „Tag und Nacht“. Der Tatsache, dass Straßen und Stege behelfsmäßig mit Zeltplanen vor Einsicht geschützt wurden und schon Kinder lernten: „Wenn du die Häuser auf der anderen Flussseite sehen kannst, kann der Scharfschütze auch dich sehen.“

Der junge Fotograf selber schrieb, seine Motivation wäre gewesen, durch die Fotos eine Antwort auf seine Frage zu bekommen: Wie kann ein solcher Hass entstehen, dass Menschen so etwas einander antun? Und als Konsequenz: Wie kann man genau das verhindern?

Er gibt zu, das er bis jetzt keine Antwort auf seine Fragen gefunden hat.