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Alles Palette, oder?

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Unsere Moleson-Wanderung war ja nun nicht so der volle Erfolg, wetter- und kniemäßig. Da muss ein neues Berg-Erlebnis her. Und während unsere Älteste gerade 5- und 6-Tausender in Bolivien sammelt, begnügen wir Eltern und ihr Bruder uns mit zahmen Zweitausendern.

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Los geht es am Lac de Retaud, (1700m) durch die Wiesen hoch zum Col de Voré (1918). Der Weg ist schmal und sehr steinig, die Aussicht ist phantastisch unter anderem auf Mario Bottas futuristische Seilbahnstation Glacier 3000.

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Und dann müssen wir fast aufgeben: der Weg ist völlig blockiert. Nein, keine Lawine, auch kein Steinschlag. Vier junge Kühe liegen breit und frech hintereinander auf dem Pfad. Wir steigen über den Zauntritt, die erste Kuh schaut zu uns und rappelt sich hoch. Dann blickt sie noch mal genauer hin, zählt nach und legt sich wieder hin: vier Kühe gegen drei Menschlein, dafür steht sie dann doch nicht auf. Rechts geht es steil bergab, also klettern wir links um die völlig ungerührten Kühe herum. Ich habe noch nie so entspannte Kühe gesehen. Selbst als ich auf Höhe der letzten Kuh ausrutsche und mich auf ihrem Rücken abstützen muss, reagiert sie nicht. Wahre Zen-Kühe! Muss an der tollen Höhenluft liegen. Wir steigen also um die Zen-Kühe herum und dann weiter auf zum Col de Voré. Der Weg geht links weiter, aber geradeaus lockt ein Steintritt über eine Trockenmauer zur Felskante. Und dort stehen wir erst mal ganz still und ehrfürchtig, so grandios ist die Aussicht.

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Zurück über die Mauer und auf dem Wanderweg sind es kaum zehn Minuten bis zum Chalet Vieux. Dort erfahren wir, dass wir mit dem unbedachten Übersteigen der Steinmauer vom Kanton Vaud in den Kanton Bern gewechselt waren. Zum Glück haben wir ja den Weg zurück gefunden und können im Chalet die majestätische Fernsicht genießen. Oder vielmehr könnten, hinter den zum Trocknen aufgehängten Käseleinen. Der junge Senner grinst und meint, das gehöre zu einem bewirtschafteten Chalet eben dazu. Dann lädt er uns ins Chalet ein, wo sein Großvater einen Riesenkessel Milch erwärmt. Der Großvater erklärt in seinem Patois, was er gerade tut. Als er merkt, dass wir nichts verstehen, wechselt er zu Französisch und Finger. Die Milch werde auf 53° – drei Finger hoch – erwärmt. Das dauere zwei –  zwei Finger hoch – Stunden. So verstehen sogar wir das. Den Käse vom Vorjahr kann man als kleine Zwischenmahlzeit bestellen, zusammen mit hausgebackenem Nussbrot. Die Pause tut gut und wir fühlen uns fit genug, den weiteren Weg zum Col des Andérets (2030m) anzugehen.a4

Meine Männer wollen noch ein bisschen Herausforderung und Abenteuer und beschließen, zum Gipfel der Palette (2172m) hoch und über die Flanke abzusteigen. Ich habe eigentlich genug Herausforderung und Abenteuer für heute und laufe auf dem breiten Almweg um die Palette herum zum Chalet d’Isenau. Wo ich dann viel Zeit habe, auf meine Bergsteiger zu warten.

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Von da ist es ein kurzer, aber beeindruckender Weg zurück zum Lac de Retaud, Auge in Auge mit dem Diableretsmassiv, seinen von Gletschern abgeschliffenen Felswänden, seinen Wasserfällen und der Seilbahn hinauf zum Glacier 3000.

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Aber das ist für ein anderes Mal. Für heute sind wir rundum zufrieden mit dem, was wir erlaufen und erlebt haben.

 

 

Gönnen können (Réculet 1718 m)

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Monsieur möchte auf den Réculet, ich eher nicht. Ausgangspunkt des Aufstiegs ist Tiocan (860m), dann kraxelt man steil fast 1000 Höhenmeter hoch über das Chalet de Narderans zum Gipfel. Weiter geht es vom  Réculet über den Crêt de la Neige (1720m) in Richtung Montoisey, wo man dann die 1000 Höhenmeter wieder hinunter muss, irgendwie, Seilbahn läuft nämlich noch nicht.

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Kenne ich, habe ich schon gemacht, brauche ich – und vor allem meine Knie – heute eher nicht.

Aber ich kann gönnen, und so bringe ich Monsieur zum Tiocan (860m).

Monsieur kann auch gönnen und so kann ich die Fotos mit euch teilen.

 

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