Seele baumeln lassen

Wir sind wieder am Packen – obwohl packen schon fast ein zu großes Wort ist – da kommt ziemlich überraschend und spontan die Einladung zu einem russisch-armenischen Kampfgrillen.

Es geht darum, wer das bessere Schaschlik macht, genauer gesagt um die bessere Marinade.

Die Physiker aus Tschechien stellen „Raven“-Bier, ich bringe einen deutschen Kartoffelsalat mit, andere einfach nur ihren Appetit.

Diese Runde geht eindeutig an die Armenier, die Rückrunde ist Ende Juni.

Dann erzählt ein italienischer Physiker, dass diese Grillfeste ihm gerade große Probleme machen. Die amerikanische Visastelle interessiert sich zu sehr für seine Facebook-Fotos vom Grillen mit russischen Kollegen, für seinen Besuch der Konferenz in Susdal bei Moskau.

Wir haben zwar keinen Facebook-Account, sind aber sicher auch auf vielen dieser Fotos. In Susdal waren wir auch. Also wird das wohl erstmal nichts mit einem Besuch in Trumpeltier-Land.

Da trifft es sich gut, dass wir nur in den südlichen Schwarzwald wollen. Seele baumeln lassen mit Freunden.

Urteile und Vorurteile

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Unsere zehn Tage in Dalmatien gehen zu Ende mit der üblichen Prozedur: ein letztes Mal Koffer packen, ein letztes Mal kontrollieren, dass man auch nichts vergessen hat. Dann erst den Mietwagen und am Check-in-Schalter die Verantwortung für den weiteren Reise-Ablauf abgeben.

Zeit, unsere letzten Kuna (72 !) auf den Kopf zu hauen und ein bisschen die Reise Revue passieren zu lassen. Split, Kotor und Dubrovnik sind natürlich überwältigend in mehr als einem Sinn. Ich fand neben der Architektur eben auch die Menschenmassen überwältigend. Da hat mir das ruhigere Sibenik besser gefallen. Hinzu kommt, dass Kotor und Dubrovnik auch etwas beengend wirken durch die immense Militärarchitektur, Sibeniks Gassen und Plätze durch ihren italienischen Charme heiter und leicht sind.

Bosnien, da hat mich Sarajewo völlig überrascht. Ich habe so etwas wie eine graue, verhuschte Maus von einer Stadt erwartet und einen farbenfrohen, fröhlichen Singvogel erlebt. Natürlich war Bosnien nicht so auf Touristen eingestellt wie Kroatien, aber das macht das Reisen nur ein bisschen bunter. Außerdem hat man Orte wie Pocitelj und Radimlja fast für sich allein, was ich bei Mostar natürlich erst gar nicht erwartet habe.

Montenegro war Natur pur. Der Morgen am Skadar-See, dieses Gefühl, dass Zeit irgendwie völlig irrelevant ist, das wird mir noch lange bleiben.

Alles in allem ein wirklich wunderbarer Urlaub, trotz des täglichen Gewitters und einiger Pannen.

Natürlich gab es auch zwei, drei unangenehme Momente. In Sarajewo fühle ich, wie sich meine Handtasche bewegt, schaue hinunter und sehe, dass der Reißverschluss schon halb geöffnet ist. Hinter mir zwei junge Frauen, die so sehr dem Klischee der Taschendiebin entsprechen, dass ich mich sofort für meine Vorurteile schäme. Aber dann sehe, dass die eine ihre rechte Hand mit dem Sonnenhut in der Linken bedeckt und die andere das Gleiche mit einer aufgeschlagenen Zeitung tut. Und weiß, dass das kein Vorurteil, sondern Erfahrung ist. Mit genau diesem Trick hat ein Taschendieb in Lissabon beim Bezahlen im Bus versucht, ins Portemonnaie zu greifen. Aber Erfahrungen und Vorurteile sind keine Beweise. So kontrolliere ich demonstrativ meine Tasche – alles noch da – und schaue den Zweien ins Gesicht. Worauf sie die Straßenseite wechseln.

In Montenegro muss uns jemand in einer Baustelle überholen, sieht zu spät, dass die Teermaschine auf der anderen Spur wohl die besseren Argumente hat und erzeugt beim plötzlichen Einscheren dieses hässliche Metall-auf-Metall-Geräusch. Polizei kommt zwar auf den Anruf, sagt desinteressiert, das ginge sie nichts an, fährt weiter. Da steigt der andere Typ ins Auto und fährt rasch davon.

Im ersten Moment sind wir schon etwas schockiert, im zweiten sagen wir uns, dass uns das nicht den Urlaub verderben soll und dass uns jetzt kleine Kratzer beim Parken nicht mehr aufregen können. Ist der Lack erst ruiniert, fährt es sich ganz unbeschwert.

Aber es war schon eine unangenehme Erfahrung.

Das Schlimmste allerdings, was wir in diesem Urlaub erlebt haben, war das Abendessen in unserem Hotel in Zabljak.

 

Zuhause nach so einer Reise gibt es meistens „den Untergang der abendländischen Esskultur“: Pizza aus der Tiefkühltruhe. Aber nach Dubrovniks bester Pizza haben wir so gar keine Lust darauf. Zum Glück habe ich noch eine andere Notlösung in der Hinterhand, vor dem Urlaub auf Vorrat gekaufte frische Ravioli. Die gibt es mit Salbei aus dem Garten.

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Monsieur traut sich danach noch an den Käse und lüpft ganz vorsichtig die Glocke. Hmmm, der korsische Schafskäse hat sich schon ziemlich verändert. Wahrscheinlich haben die Schimmelkulturen inzwischen Musik erfunden und stehen kurz vor der Einführung der Schrift. Aber das währschafte Stück Gruyère hat sich von unserer Abwesenheit nicht beeindrucken lassen.

Rotwein und Käse auf der Terrasse, zuhause ist es auch richtig schön!

 

 

 

 

 

Morgenstund‘ hat

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Bohrhammer im Ohr. Klingt seltsam, ist aber so. Ab halb sieben wird im Nachbarhaus mit schwerem Gerät renoviert, umgebaut, was auch immer. Wir fallen fast aus dem Bett. Dahin sind unsere Pläne von schön lang und faul ausschlafen, vom späten Frühstück und gemächlichem Zeitziehen mit langer Siesta. Unsere gestern noch so freundliche Vermieterin meint deutlich weniger freundlich, dass wir die ersten wären, die sich beschweren. Was natürlich nicht stimmt und wir auch hätten wissen können, hätten wir nur auch die weniger enthusiastischen Bewertungen gelesen.

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Nun gut, wach sind wir, Aussicht auf Besserung gibt es nicht, was also fangen wir mit dem angebrochenen Tag an? Die Stadtmauer entlang laufen in der Morgenkühle statt in der Hitze, das wäre doch etwas. Wir steigen die paar Stufen zur Mauer hoch und suchen einen Aufgang. Fragen einen Einheimischen, der uns hinunter auf den Platz beim Pile-Tor schickt, da gäbe es auch die Tickets, aber erst um neun Uhr. Tickets? Da lacht der Mann laut auf und meint, wir hätten doch nicht erwartet, das irgendetwas umsonst sei in Dubrovnik.

Die Öffnungszeiten der Mauer schenken uns dann Zeit für ein gemütliches Frühstück in einer kleinen Seitengasse im ehemaligen jüdischen Ghetto. Wir wählen die „Healthy breakfast“-Option, ohne ham and eggs, mit Müsli und Obstsalat, eine nette Abwechslung zu all den deutlich weniger „healthy breakfasts“ der letzten Tage.

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Der Mauerspaziergang wird als einer der Höhepunkt eines Dubrovnik-Besuchs beschrieben. Das ist er zweifellos. Nur hätte ich mir gewünscht, dass nicht so viele andere Menschen auf die gleiche Idee gekommen wären. Wir sind vor einigen Jahren zwei Tage auf der Großen Mauer gewandert, u.a. auch von Jinshanling nach Simatai, da waren deutlich weniger Menschen unterwegs. Nach den ersten drei Wachtürmen kehrten die meisten Gruppen um und wir waren allein auf der Mauer, nur begleitet von einem über-optimistischen Souvenirverkäufer in Flipflops, der fröhlich schwatzend unseren Führer verfolgte. Heute sind wegen der frühen Stunde nur kleine Familiengruppen mit uns unterwegs, keine Busladungen. Als wir knappe zwei Stunden später am Minceta-Turm kurz vor dem Start- und Endpunkt der Umrundung stehen, gleicht der Aufstieg zum Bokar-Turm einer Ameisenstraße.

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Zweieinhalb Kilometer ist der Rundgang lang und ganz schön anstrengend mit all seinen Treppenstufen und den Türmen als kleinen Zusatzherausforderung. Dafür bietet er ein „Auf-Du-und-Du“ auf Augenhöhe mit Dubrovniks Dächern und ab und zu kleine Einblicke in versteckte Höfe und Gärten. Verhungern und verdursten muss man auf der Wanderung auch nicht, wobei die Tischchen an den Schießscharten natürlich die begehrtesten sind. Fast zeitgleich mit uns auf der Mauer startet am Fuß der Mauer, in der Bucht vor dem Pile-Tor, eine Gruppe Kanuten ihre Umrundung Dubrovniks. Die haben es sicher kühler als wir auf der sonnenverbrannten Mauer. Es ist hübsch mit anzusehen, wie die Paddler erst einmal ihren Rhythmus finden müssen, aber dann sind sie auf dem Wasser doch fast so schnell unterwegs wie wir weiter oben zu Fuß.

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Neben dem Pile-Tor gibt es noch zwei weitere Aufgänge, an denen Kontrollettis die Tickets sehen wollen. Nur meins nicht. Ich befürchte, dass mein knallroter Kopf und meine etwas derangierte, erschöpfte Erscheinung ihn überzeugt hat, dass ich schon lange auf der Mauer unterwegs bin und nicht gerade eben erst die paar Treppenstufen von unten hochgestiegen bin. Monsieur versichert mir galant, das wäre nicht der Grund. Der Kontrolletti hätte schlicht und einfach sehen können, dass wir vom höher gelegenen Teil des Rundgangs gekommen wären, sein Ticket wäre auch nicht kontrolliert worden. Beim letzten Einlass läuft der Kontrolletti einer Gruppe Engländerinnen hinterher, die sich rechts auf ihren Weg begeben. Ganz schlechte Idee! Der Rundgang ist strikt Einbahn und anders als in Kotor wird auf die Einhaltung streng geachtet. Genau so streng ist die Ticket-Politik: einmal wieder draußen, gibt es kein zweites Mal einen späteren Einlass. Bei über 20 € das Ticket würde sich da sicher ein lebhafter Schwarzhandel entwickeln.

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Nach so viel harter touristischer Arbeit haben wir uns eine kleine Pause mit Erfrischungen verdient. Im Schatten einer bewachsenen Veranda planen wir unsere nächsten Ziele. Natürlich habe ich gelesen, dass St. Ignatius von 1725 ist, aber dass das so schlimm wird, kann ich ja nicht ahnen. Ich will euch weiteres „Barock-bashing“ ersparen, nur so viel: während Monsieur herumgeht und versucht, etwas zu finden, dass er fotografieren möchte, sitze ich und rechne aus, wieviel nackt-dingsige, dicke Putten man wohl auf einen Quadratmeter Apsis pferchen kann. Putten finde ich eigentlich ganz interessant, aerodynamisch und so. Die fliegen wahrscheinlich wie Hirschkäfer oder wie Hummeln. Pssssssss und rumms: 20 cm Absturz, pssssss und rumms… Hat sicher flugtechnische Gründe, dass Putten meist am unteren Bildrand zu finden sind.

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Und als ich denke, jetzt habe ich es geschafft, schlimmer geht nimmer, sehe ich hinter mir eine Nachbildung der Lourdes-Grotte von 1885. Mit echter Erscheinung, echten Plastikfarnen, echten Plastiknelken und Rankpflanzen aus echtem Plastik .

Die klassizistische Kathedrale ein paar wunderhübsche Gässchen weiter ist fast enttäuschend leer dagegen.

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Dann meint Dubrovnik es gut mit uns: die anderen Ziele sind wegen Renovierung geschlossen und „unsere“ Handwerker, die um halb sieben angefangen haben zu arbeiten, hören pünktlich um 15 Uhr auf.

Siesta, wir kommen.

 

Siesta ist ja gut und schön, aber wenn man seit dem „healthy breakfast“ um acht Uhr nur einen Müsliriegel (Erdbeer-Apfel zwar, aber trotzdem!) gehabt hat, ist da gegen 18:00 so ein leichtes Grummeln nur schwer zu überhören. Also erst Apéro, dann Abendessen. Im Reiseführer wird eine kleine Bar außerhalb der Stadtmauern angepriesen, die neben „Cold drinks“ auch wunderbare Sicht auf das Meer bietet. Was der Reiseführer verschweigt, ist die Tatsache, dass dorthin gefühlte 200 Treppenstufen führen und dass sich das Verständnis der Barbetreiber von „Cold drinks“ auf zuckersüße amerikanische Gebräue beschränkt. So treibt uns unser Verlangen nach einem Apérol Spritz zurück zu Sankt Ignatius. Die Fassade ist eigentlich gar nicht so schlecht, fast klassizistisch. Das eine Lokal auf dem Platz vor der Kirche warnt uns sehr fair, dass es vier Busladungen erwarte und so nehmen wir das andere. Reine Glückssache und welch ein Glück! Der Kellner bringt uns unsere Drinks, lässt aber die Speisekarte unauffällig liegen. Ich frage ihn, ob wir irgendetwas zum Knabbern haben können, und sei es nur etwas Brot, denn Apérol Spritz auf nüchternen Magen ist schon ein bisschen gefährlich. Er nickt, meint, das sei zu machen und bringt uns zwei Tellerchen mit Fischmousse, Chips und Brot. Wir schlürfen langsam unseren Apéro und die Fassade von Sankt Ignatius wird immer schöner, immer klassischer. Schon tragisch, dass die Statuen fehlen in den Nischen rechts und links vom Portal. Aber wenn nun mal das Schiff untergegangen ist, das sie transportierte, kann man da wohl nichts machen.

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Wir blättern ein bisschen in der Speisekarte, erfahren, dass das Lokal einst die Küche für das benachbarte Jesuitenkolleg war. Gar nicht schlecht die strenge, abweisende Fassade des Seminars, setzt die fast klassizistische Fassade von Sankt Ignatius in ein noch besseres Licht. Wir schmökern uns einen richtigen kleinen Hunger an in der Speisekarten mit Geschichten zum Lokal. Als Monsieur liest, dass im Kolleg ein berühmter Physiker der Neuzeit ausgebildet wurde, wird es schwierig für mich. Er spricht über Ausgleichsrechnung und mir wird ganz anders. Dann fallen Sätze wie: „Wenn es linear ist, kann man das analytisch lösen,“ und ich bekomme weiche Knie. Monsieur schaut mir in die Augen, sagt: „in den Parametern“ und ich weiß, dass es höchste Zeit ist, dass ich nach all dem Apérol etwas zu essen bekomme. Wir bestellen Muscheln als Vorspeise und bekommen sehr alberne Lätzchen, meines mit schwerem Juwelenkollier bedruckt, das andere mit Hemdbrust und Krawatte, umgehängt. Ich klemme meines unauffällig am Tisch fest, so dass es eher wie ein Oberteil als wie ein Lätzchen aussieht. Sollen vorbeigehende Passanten lieber denken, dass ich einen grottenschlechten Geschmack  habe, als dass man mich für unfähig hält, Muscheln sauber zu essen. Es ist eine Sache des Stolzes, dass wir beide Lätzchen im jungfräulich-unbefleckten Zustand wieder zurückgeben. Nebenbei: wir sahen trotz allem nicht halb so bescheuert aus wie die Game of Thrones-Fan, die sich an der Treppe vor der Fassade der Kirche einfinden. Die Fassade ist übrigens gar nicht so übel für eine Barockkirche, falls ich das noch nicht erwähnt habe. Dort hat der Tourguide der GoT-Tour schon eine Menge Schwerter, Schilder und eine seltsame Schelle bereit gestellt und die Teilnehmer der Tour fotografieren sich nun ausgiebigst in unterschiedlichster Bewaffnung und Posen ab. Einer Katze, die zufällig in die Poserei gerät und von einem „Helden“ mit dem Schwert „bedroht“ wird, ist das Ganze offensichtlich so peinlich, dass sie – stolze Missachtung ausstrahlend – auf die Kirchhofmauer springt und verschwindet.

Monsieurs gefüllte Calamari und mein schwarzes Risotto kommen und meine britische Tisch-Nachbarin fällt vor Neugier fast in meinen Teller. Auf ihre vielen Fragen gibt es eigentlich nur eine Reaktion und so erhält sie eine Gabel voll zum Probieren. Ihre drängendsten Fragen, ob das auch gluten- und laktosefrei sei, werden dadurch allerdings nicht beantwortet.

Die Nacht bricht herein, ein Musiker setzt sich mit seiner Gitarre auf die Stufen vor dem Seminar und spielt klassische Gitarrenmusik.

Der Kellner kommt irgendwann mit der Rechnung und nimmt unsere Ankündigung, dass wir nicht genug Bargeld haben, sehr gelassen auf. Er nähme alle Karten, sogar Weihnachtskarten. So wird dieses kleine Problem gelöst und unsere verbleibende Barschaft geteilt: ein Teil geht an den Kellner, der andere an den Musiker. Ab morgen zahle wir wieder in Euro oder Franken, nicht in Kuna.

Sehr beschwingt machen wir uns auf den Heimweg, beginnend mit den Stufen der Mini-Spanischen-Treppe vor Sankt Ignatius, auf der angeblich auch eine GoT-Schlüsselszene gedreht worden sein soll. So im Abendlicht wirkt die Fassade von Sankt Ignatius richtig gut, muss ich ganz ehrlich sagen.

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Sundowner ohne die türkische Flotte

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Wir kommen aus den Bergen auf die Küstenstraße und zu diesem Wow!-Erlebnis, das Monsieur ganz wuschig macht. Dubrovnik liegt in seiner malerischen Schönheit vor uns – und nirgendwo eine Möglichkeit anzuhalten, um zu fotografieren. Wir fahren zum Treffpunkt mit unserem Vermieter, der uns etwas außerhalb von Dubrovnik erst kostenlose Parkmöglichkeiten und dann freien Transport bis zum Ferienapartment anbietet. Als er uns auf dem Parkplatz vor der beeindruckenden Mauer absetzt, sehen wir weshalb. Vierzig Kunar (fast 5,50 €) die Stunde lassen den Parkplatz in Split wie ein Schnäppchen aussehen. Wir ziehen unsere Koffer über Kopfsteinpflaster und Treppen. Zum Glück kommen wir von oben, da sind es nur einige wenige Stufen. Die Vermieterin erzählt, dass ihre Familie jahrzehntelang in dieser Wohnung gelebt habe. Ich sehe eine kleine, verhutzelte Großmutter vor mir, denn das Bad ist winzig, die Dusche unter der Treppenschräge der Nachbarwohnung und keineswegs für unsere 1,83 ausgelegt. Dafür ist die Lage sehr malerisch, wenn auch anstrengend für die Oberschenkel: einige Hundert Stufen führen direkt auf die Hauptstraße Dubrovniks.

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Dort machen wir dann unsere ersten Erfahrungen mit Dubrovniks Hauptplatz: schlecht gelaunte Kellner und überteuerte Getränke. Aber wie immer: zwei Seitenstraßen weiter ist es fast genauso schön und viel angenehmer. Wir beschließen, wenn wir schon wie Touristen behandelt werden, Touristisches zu tun und kaufen Tickets für die Seilbahn: Fotomöglichkeit für Monsieur, Sundowner für mich und vielleicht Abendessen im Restaurant Terrazza für uns beide. Auf dem Weg von der Kasse zur Talstation retten wir noch ein chinesisches Pärchen, das seine Tickets vor uns gekauft hat, aber statt rechts zur Station zu gehen, sich nach links zum Fußweg wendet. Ohne uns wären sie wahrscheinlich eine Stunde und 400 Höhenmeter später oben an der Bergstation angekommen und hätten sich gewundert, wofür sie die 22 € haben bezahlen müssen.

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Sundowner klappt hervorragend, ein Wein von der Insel, auf der Marco Polo geboren wurde, laut Kellner, der aber dann bedauert, dass alle Tische auf der Terrasse schon reserviert seien. Na gut, dann nicht.

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Schöne Fotos der Stadt und der untergehende Sonne über den dalmatischen Inseln (und der beides ver-selfie-enden Menschen) sind trotzdem drin. Die wehrhaften Mauern sollen natürlich ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, ich kann mich aber nur zu gut in die Situation eines dalmatischen Soldaten auf Wache hineinfühlen. Du siehst am Horizont die gesamte türkische Flotte auftauchen und du weißt ganz genau, dass sie nicht kommen, um dir ihre Teppiche zu verkaufen. Nimmst du zwei, bekommst du 60% Rabatt! Nur heute, Sonderangebot.

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Auf dem Weg nach unten meint Monsieur, nach all den Tinten- und anderen Fischen wäre ihm so recht nach einer Pizza. Und siehe da, keine zwei Treppen von der Talstation entfernt liegt „Dubrovnik’s best pizzeria“. Stimmt zwar nicht, oder wenn doch, dann tut es mir leid für Dubrovnik, aber für’s Erste sitzen wir sehr schön unter riesenhaften Oleanderbäumen, bestellen Pizza und Wein und sind ganz glücklich und zufrieden. Die Pizza ist dann ziemlich speziell, eigentlich in geschmolzenem Käse ertränkt, nicht unlecker, aber halt nicht das, was wir von einer Pizza erwartet haben. Wir sind so sehr mit dem Essen beschäftigt, dass wir die ersten Regentropfen noch ignorieren. Durch das Blätterdach fallen sie als feiner Sprühregen auf die Pizza, das ist noch akzeptabel. Erst als dicke Tropfen unseren Wein zu verdünnen drohen, flüchten wir ins Innere des Restaurants, wo wir, Teller und Glas in der Hand, gemeinsam mit einem deutlich ungeduldigeren Chef erleben dürfen, wie lange sechs eigentlich aufbrechende Koreaner mit noch einmal Pipi machen gehen, Teeflasche auffüllen, alle Rucksäcke kontrollieren den Betrieb aufhalten können. Da mit uns aber ein Priester in voller Montur wartet, üben wir uns in christlicher Geduld und Nachsicht und lästern kein bisschen, bis wir endlich unsere Pizza zu Ende bringen dürfen. Auch die Tatsache, dass plötzlich der Strom ausfällt und alle im Dunkeln vor ihren Pizzen sitzen, wird mit wahrhaft stoischer Gelassenheit hingenommen. So ruhig, wie das Personal reagiert, kommt das anscheinend häufiger vor.

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Dann geht es noch mal Hunderte von Stufen hoch, bis wir vor unserer Tür stehen. Dalmatien geht ganz schön in die Waden.

K o t O R

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Wer irgendwann in den letzten Jahrzehnten pubertierende Knaben zu seiner Familie zählte, weiß wovon ich spreche. Besonders der Jüngere war ganz tief in der Welt von KotOR versunken, weshalb es mir schwer fällt, Kotor nicht als Akronym zu sehen. Zumal es in Kotor eine Tor-Verschwörung gibt. Wir wohnen in der Nähe des Nordtors, das verhängt und eingerüstet ist. Einmal quer durch die Stadt bringt uns zum Südtor, das verhängt und eingerüstet ist. Dazwischen machen wir einen kleinen Abstecher zum Meertor, das …, ja, nun ratet mal! Wir vermuten ja eine Ko-Tor-Verschwörung: entweder die Venezianer gegen die Türken oder die Türken gegen die Habsburger oder die Habsburger gegen die Knights of the Old Republic. Wie auch immer, die Macht ist nicht mit ihnen. Auf dem Rückweg durchs Nordtor schlägt der Wind die Plane zurück und ich sehe eine Restauratorin, wie sie die Jahrhunderte dicken Rußschichten abschabt. Mit einem winzigen Dremel!

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Monsieur startet den Morgen mit einem kurzen Treppenmarathon hoch zur alten Festung. Acht Euro kostet ihn der Eintritt, acht Euro, die ich mir schon mal gespart habe. Dafür bringt er Hörnchen, eine Art Apfelkuchen und süß gefüllte Blätterteigtaschen zum Frühstück mit. Mein Luxusweibchen-Image nimmt etwas Schaden, weil ich bei seiner Rückkehr schon wach bin und sogar den Tisch gedeckt habe. Ist das nicht herzig: das kleine Frauchen wartet zu Hause voller Freude darauf, was ihr Männe in freier Wildbahn erbeutet hat und nun nach Hause schleppt. In unserem Fall wie gesagt Hörnchen und Gebäck. Dass sich der in die Tassen gelöffelte Nescafé als echtes Kaffeepulver entpuppt, das dann dick wie Klärschlamm am Boden steht, ist nur ein winziger Fehler in diesem innigen Bild.

Ein Fehler, der wenig später mit Espresso und Cappuccino auf einem der Plätze Kotors behoben wird.

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Der Eintritt in die Kathedrale kostet zwar ein paar Euro, aber das ist allein der Blick vom Glockenturm auf den Hauptplatz schon wert. Im zweiten Stock kann man durch romanische Bögen ins Kirchenschiff schauen, wenn man nicht die Schätze bewundern will. Silberne Reliquienbehälter, wie fein auch immer gearbeitet, finde ich stets etwas gruselig. Aber mein Gruseln ist nichts gegen das Grauen, das Monsieur beim Anblick eines exquisit gearbeiteten, mittelalterlichen, versilberten Kruzifixes überfällt. Ich sehe, wie er förmlich zusammenzuckt. Nicht der silberne Pelikan mit Brut, auch nicht die in Silber getriebene Darstellung des himmlischen Jerusalems sind der Grund. Irgendein völlig unbegabter Restaurator hat den silbernen Corpus Christi mit modernen, verzinkten Schrauben am silbernen Kreuz festgeschraubt. Ich sehe Monsieur erschaudern und höre ihn murmeln: Wenn schon Schrauben, dann Edelstahl! Edelstahl!

Unsere Handwerker zuhause kennen diesen Satz.

Wir verabschieden uns von Kotor mit einer letzten Missachtung der Verkehrsregeln: 50 Meter bergab gegen die Einbahn. Unser Vermieter meint, wir sollten das tun. Er würde es tun, alle würden es tun. Anders herum wäre es viel zu kompliziert, bis wir aus dem Gewirr der Gässchen auf die Uferstraße kommen, die uns an der Bucht von Kotor entlang nach Dubrovnik bringen soll.

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Die Straße ist eng und kurvenreich und bevölkert von einer facettenreichen Vielfalt motorisierter Verkehrsteilnehmer. Der Mietwagenfahrer, der mit 40 km/h dahintrödelt und bei jedem breit daher kommenden Wohnmobil erschreckt bremst. Der Einheimische in P- oder LKW, der uns halb auf unserer Spur entgegen kommt (bi-direktionale Nutzung der mittleren Fahrspur, nennt Monsieur das spöttisch), dazwischen Mofa- und Motorradfahrer, die das alles nur nervt und die möglichst schnell überholen.

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Wir kommen unbeschadet nach Herzeg-Novi und finden tatsächlich einen Parkplatz vor der etwas erschreckend benamsten Blutfestung. Ein Kontroletti kommt vorbei und wir fragen ihn, wo wir unseren Obulus für eine Stunde entrichten können. Da schaut er uns nur an: Eine Stunde? 40 Cents? und winkt einfach ab.

Wir schaffen es nicht ganz in einer Stunde, 444 Stufen sind das eine, der köstliche Tintenfischsalat auf dem Trg Herzeg Stepjana das andere.

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In der Begründung der UNESCO zum besonderen Wert der Stecci steht, dass sie noch weitgehend unberührt und in ihrer authentischen Umgebung zu finden seien. Ohja, das können wir bestätigen. Zuweilen ist diese Umgebung so authentisch, dass sie furchterregende Strecken auf kaum passierbaren Feldwegen beinhalten, die letzten Endes in der Entscheidung münden, den Rest des Weges lieber zu Fuß zu gehen. Dafür sind diese Orte dann von einem Zauber umhüllt, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Wobei das mit dem weitgehend unberührt auch nur teilweise stimmt: wir haben Stecci gesehen, drei genau genommen, die wie Dolmen als Tor zu einem Friedhof dienten oder als Trittsteine vor einem modernen Mausoleum lagen.

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Den anderen Teilaspekt der UNESCO- Begründung, dass sie als gemeinsames künstlerisches Erbe vier einst verfeindete Staaten an ihre kollektiven Wurzeln erinnern und zur Besinnung aufrufen sollen, finde ich faszinierender als alle Sätze über eigenständige Formsprache und Mischung religiöser Motive.

Für unsere Auseinandersetzung mit den geheimnisvollen Stecci bekommen wir dann noch eine kleine Belohnung, nicht von der UNESCO, sonder von Mutter Natur. Auf dem Rückweg von Dubravka kreuzen wilde Landschildkröten unseren Weg.

 

P.S.: Dubrovnik kommt morgen.

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Aus der Zeit gefallen

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Während wir frühstücken fährt unter unserem Adlerhorst von Hotel die Eisenbahn vorbei, Märklin in natura.

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Auch wenn Montenegro sich noch so viel Mühe gibt mit der Schnellstraße auf der anderen Seite des Tales, wir bleiben auf dem „terrifying“ Sträßchen. Zumindest bis kurz vor Podgoriza. Das war schon hässlich, als es noch Titograd hieß, erinnert sich Monsieur und hat nichts an Reiz dazu gewonnen. Zeitziehen auf amerikanisch – aus dem fahrenden Auto heraus – bestätigt uns dies.

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Dann versumpfen wir. Statt auf der M2 über den Skadar-See (unser Hotel-Manager heute Morgen: Bitte sagen Sie nicht Skutari-See, das ist italienisch. Wir nennen ihn Skadar-See.) zu fahren, möchte Monsieur um das versumpfte, verschilfte Seeende fahren. So kommen wir nach Karub. Schmale Steingassen führen an mehr oder weniger verfallenen Häusern zum See. Irgendwo links eine Terrasse mit ein paar Bänken und einem alten Mann. Ob das privat oder eine Café sei, fragen wir vorsichtig. Café, Café kommt mit einladender Geste. Wir bestellen Kaffee und Tee. Die alte Frau, die aus dem Haus kommt, scheint wenig begeistert von uns, bringt aber das Gewünschte und verschwindet wieder. Dafür taucht der vierjährige Enkel auf und flüchtet sich in die Arme des Großvaters. Ich falte Schiffchen für den Kleinen, der Großvater fordert uns auf, uns am überreifen Maulbeerbaum zu laben. Es vergehen Momente, die eigentlich aus der Zeit gefallen sind.

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Irgendwann bezahlen wir unsere 50 Cent für Kaffee und Tee, verlaufen uns noch ein bisschen in Gassen, die vor zu Steinhaufen verfallenen Häusern enden und finden doch wieder zu unserem Auto zurück. Eigentlich schade.

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Auf Straßen, die irgendwie viel zu schmal sind, suchen wir unseren Weg am Skadar-See entlang. Entdecken Landschaften von befremdlicher Schönheit, erleben in Stari Most, dass der See als Kloake benutzt wird und werden in Virpazar mit den Auswüchsen des Tourismus konfrontiert. An der Küste wird das noch schlimmer mit Bettenburgen oder als Steigerung blindäugigen Bettenburgen-Bauruinen. Sollte man einfach verbieten, diesen ganzen Tourismus 😉 . In den Bergen kurz hinter Virpazar bricht das tägliche Nachmittagsgewitter über uns herein. Monsieur, der sich an die Strände erinnert und im Meer baden will, wiederholt mantra-artig: „In Budva scheint die Sonne! In Budva scheint die Sonne!“

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Ihr könnt Euch denken, wie das ausgeht. Nur so als Tipp: wir sind nicht einmal ausgestiegen.

In Kotor finden wir nur mit Mühe und unter eklatanter Missachtung der Verbotsschilder zu unserem Apartment gerade außerhalb der Stadtmauer. Die Einfahrt ist so steil, die regennasse Straße so rutschig, dass unser Vermieter und ein Freund tatkräftig schieben müssen, bevor wir im Hof stehen.

Den Rest des Abends erledigen wir zu Fuß!

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Yippie-ya-yeah, Schweinebacke

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Geht Euch das auch so? Meine Navi-Stimme muss entweder sehr sympathisch sein oder Autorität ausstrahlen. Schließlich soll ich mich ihren Anweisungen unterordnen. Also entweder so ein leicht erotisches Antonio Banderas-Lispeln. Oder – ich oute mich jetzt mal – so ein stinkautoritäres „Bieg endlich links ab, Schweinebacke, yippie-ya-yeah!“ von Bruce Willis. Gibt es natürlich beides nicht, heißt aber nicht, dass man nicht davon träumen kann. Vor Jahren bekam ich ein neues Navi, selbe Marke wie das alte, andere Stimme. Tagelang war ich richtig unglücklich, bis wir (na gut: Monsieur) herausfanden, wie ich meine alte Stimme zurückbekomme. Danach fuhr es sich viel angenehmer.

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Das Mietauto hat ein eingebautes Navi, das ein gutes halbes Dutzend Stimmen anbietet. Computerstimme ist gleich raus, „Werner“ klingt wie ein Bundeswehrsportoffizier, aber „Lisa“ ist uns sofort sympathisch. Lisa begleitet uns also seit Tagen, meist gut gelaunt, gelegentlich etwas verzweifelt, wenn wir partout nicht machen wollen, was sie sagt. Heute morgen haben wir sie – sorry, Lisa – einfach abgewürgt. Sie konnte nämlich nicht verstehen, weshalb wir nicht die dreispurige Schnellstraße nehmen wollen und uns auf dieses winzige Seitensträßchen versteifen. Da hat sie uns zu viel herumgequengelt und das passt so gar nicht zur großartigen Stille und Weite der Landschaft. Zwischendurch gibt es dann schon Momente, in denen wir erwarten, dass Lisa sich ungefragt mit einem „Ätsch, habe ich ja gleich gesagt!“ meldet. Meist dann, wenn nach der zweifachen Kombination von Bodenwelle und Schlagloch noch der Wassergraben mit nicht abschätzbarer Tiefe der Pfütze kommt.

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Dabei ist dies Sträßchen noch harmlos gegen die offizielle Route zu unserem Hotel. Zugegebenermaßen ist die Straße nicht für das Hotel sondern als Zufahrt zum Höhenkloster Ostrog gebaut worden. Das hindert Lonely Planet aber nicht an dieser Einschätzung: “ It’s extremely narrow, twisting and steep and in a very poor state of repair; in short, it’s terrifying.“

Aber Lisa ist weder nachtragend noch leicht zu verängstigen und bringt uns furchtlos zu unserem Hotel und nach einer kurzen Siesta zum einzigen Programmpunkt des Tages: Felsenkloster Ostrog und Buße für unsere Sünden.

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Die Hälfte der Buße nimmt uns das Auto ab. Anders als echte Pilger, die zu Fuß und barfuß auf steinigem Treppenpfad den Berg erklimmen, fahren wir zum Parkplatz auf halber Höhe. Danach geht es beschuht immerhin noch 433 (gezählte, nicht gefühlte!) Stufen hoch.

Ob das reicht für unsere Sünden, weiß ich nicht. Wir tendieren ohnehin eher zum kölschen Verständnis von Gnade und Vergebung: „Wenn ich Böses han jetan, liewer Jott, schreiw ett an.“

Das Kloster ist einer der heiligsten Orte Montenegros, was sich auch an den Pilgerstromleitsystemen zeigt. Die Neubauten sind wenig ansprechend, aber die beiden Felshöhlen, Keimzellen des Klosters, sind die 433 Stufen wert. Rußgeschwärzte Fresken warten hinter schmalen Felsdurchbrüchen. In das Allerheiligste kommt man nur, wenn man sich tief verbeugt, so niedrig ist die Schwelle. Die mumifizierte Leiche des Gründers im offenen Sarkophag ist zum Glück mit einer schweren Brokatdecke abgedeckt, ich erinnere mich noch mit Schrecken an eine solche „Begegnung“ in Georgien. So etwas gibt mir persönlich gar nichts, doch die Ergriffenheit der Menschen um mich herum ist schon fast greifbar in der engen Höhle.

In strahlendem Sonnenschein geht es, nachdem wir das als besonders heilsam geltende Quellwasser ausgiebig gekostet haben, die 433 Stufen wieder hinunter. Das Wasser scheint zu wirken, die Stufen sind viel weniger anstrengend als auf dem Hinweg.

 

Dafür geht unser Plan, auf unserem Balkon mit einem Weißwein-Apéro den Abend einzuleiten, im Getöse des für 17 Uhr angekündigten Gewitters unter. Statt Sonnenschein gibt es „son et lumière“. Hat auch was…

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